Kirchensteuereinnahmen steigen und steigen und steigen …

Vor Jahren wurde ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen prognostiziert. Grundlage war die einfache Formel, nach der ein Rückgang der Mitgliederzahlen gleichbedeutend mit einem Verlust an Finanzkraft postuliert wurde. Sehr früh wurde darauf hingewiesen, dass mit dieser Formel keine seriöse Prognose über einen längeren Zeitraum möglich ist. Dennoch wurde sie Grundlage für ein rigoroses Spar- und Kürzungsprogramm unserer Landeskirche, und noch immer treibt dieses Gespenst seinen Spuk in Presbyterien und auf Synoden. Nun wurden die neuen Zahlen für 2018 und 2019 veröffentlicht. Der Trend zeigt weiter nach oben. 

Für dieses Jahr darf mit einem Verteilbetrag von 737 Millionen Euro gerechnet werden, 2019 werden 744 Millionen Euro angesetzt. Dies, so der Finanzdezernent der EKiR, Bernd Baucks, ergebe sich aus den Schätzungen für die Kirchensteuereinnahmen von 930 Millionen Euro in 2018 bzw. 948 Millionen Euro im kommenden Jahr. Zur Erinnerung: Die Sparsynoden 2005 und 2006 markierten den Scheitelpunkt der Kirchensteuereinnahmen auf etwa 500 Millionen Euro und prognostizierten einen Rückgang um 50% bis ins Jahr 2030. Vor diesem Hintergrund sind auch die Beschlüsse zum erweiterten Solidarpakt kritisch zu bewerten, die kaum offen kommuniziert wurden und der die Grundlage für die Pensionsrücklagen bildet und – neben den gestiegenen Verwaltungskosten durch NKF und Strukturreform – zur erheblichen finanziellen Belastung beigetragen hat. Sicher ist wohl: Manche Reformmaßnahmen, Kürzungen und Gemeindefusionen wären wohl nicht zustande gekommen, wenn man etwas nüchterner in die Zukunft geblickt hätte.



Quelle: WAZ vom 13.12.2018

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