Gespräche am Marktrand

Die drei Gemeindebünde aus Bayern, Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz und dem Rheinland teilten sich beim diesjährigen Kirchentag in Dortmund gemeinsam ein Stand auf dem Markt der Möglichkeiten, um für ihren basisorientierten Kurs zu werben. Leider war der Standort nicht gerade günstig (am Rande nahe eines Notausgangs) und die georderten Tische und Stühle warn auch nicht da, so dass wir kurzfristig für Ersatz sorgen mussten.

Dennoch hat sich das Engagement gelohnt, wurden doch im Laufe der drei Tage etliche interessante Gespräche geführt, um auf die teilweise prekäre Situation in den Gemeinden hinzuweisen und für eine Stärkung der Parochie zu werben. Bis auf wenige Ausnahmen stieß man generell auf breite Zustimmung. Gerade Mitglieder von Gemeindeleitungsgremien pflichteten uns bei. Allerdings wurde auch deutlich, dass viele innerlich schon aufgegeben haben und die Ressourcenumverteilungen hinnehmen.

Gemeinsam für die Kirche vor Ort eintreten: Vertreter der Gemeindebünde aus Bayern, Berlin und dem Rheinland auf dem Kirchentag in Dortmund.

Jedenfalls wurde von den drei anwesenden Gemiendebünden schon der nächste ökumenische Kirchentag in Frankfurt ins Auge gefasst. Auch dort wollen wir wieder gemeinsam für unsere Anliegen werben. Wir freuen uns darauf.

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Kirchentag in Dortmund – wir sind dabei!

Gemeinsam mit den Gemeindebünden Berlin-Brandenburg und Bayern wird auch KirchenBunt im Rheinland auf dem diesjährigen Kirchentag präsent sein. Unser Stand auf dem Markt der Möglichkeiten befindet sich in Halle 7, Südost unter der Chiffre L17. Wir freuen uns auf viele nette Menschen, interessante Begegnungen und bereichernde Gespräche. Besuchen Sie uns!

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Unabwendbar? Lokalzeit des WDR berichtet über Kirchenschließung in Düsseldorf

In einem Beitrag des TV-Magazins „Lokalzeit“ des Westdeutschen Rundfunks vom 12. Februar 2019 geht es um Schließung mehrerer kirchlicher Gebäude in Düsseldorf, u.a. der Buderkirche in Bilk. Die Veränderungen sind laut Stellungnahme des Superintendenten Fucks Folgen eines Synodenbeschlusses und seiner Meinung nach unabwendbar. Derweil regt sich an der Basis Widerstand.

Der Bericht beginnt bei Minute 13.05 und ist bis zum 19. Februar abrufbar.

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-lokalzeit-aus-duesseldorf-2212.html

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EKiR: KirchenBunt trifft Kirchenleitung

Auf Einladung des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, trafen sich Mitglieder des KirchenBunt-Vorstandes und der Kirchenleitung am 29. Januar im Landeskirchenamt in Düsseldorf, um sich über die Situation unserer Kirche auszutauschen. In einer angenehm konstruktiven und an der Sache orientierten Atmosphäre wurde dabei von beiden Seiten die jeweilige Sicht auf die Reformprozesse der vergangenen Jahre und ihre Auswirkungen artikuliert und diskutiert. Dabei ist deutlich geworden, dass es auch Gemeinsamkeiten in der Beurteilung der gegenwärtigen kirchenpolitischen Situation gibt. KirchenBunt ist an einem weiteren Diskurs interessiert. Die Kirchenleitung wird in ihrer nächsten Sitzung über die Ergebnisse des Gesprächs und eine mögliche Fortsetzung beraten.

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Politik mit Prognosen

Schöne Bescherung: Erneut Allzeithoch bei Kirchensteuereinnahmen!

„Geld ist … nicht nur ein Mittel, um den Verkündigungsauftrag zu erfüllen. Die Art, wie die Kirche mit ihrem Geld umgeht, ist selbst ein Teil glaubwürdiger Verkündigung. Wort und Tat müssen im Einklang miteinander stehen. Hier hat sich die Parallelität von christlicher Botschaft und kirchlichem Handeln zu bewähren. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Kirche nicht nur nach innen, sondern insbesondere auch im öffentlichen Raum.“ (Aus dem Bericht der Höppner-Kommission an die Landessynode 2013)

Ein Beispiel unter Vielen zu Anfang: in einem ländlichen Kirchenkreis haben 3 Kirchengemeinden fusioniert. Die Familie Müller lebt in einem Dorf mit 800 Einwohnern und eigener Kirche. Bis vor kurzem gab es auch ein Gemeindehaus, in das der Sohn Max zum Konfirmandenunterricht ging. Doch das Gemeindehaus wurde verkauft. Jetzt muss Max zum Unterricht in die 10 km entfernte Kreisstadt. Seine Oma ging gerne zur Frauenhilfe. Sie ist gehbehindert und auf einen Rollator angewiesen. Auch die Frauenhilfen wurden zusammengelegt und treffen sich nun im großen Gemeindehaus der Stadt. Oma Müller kann kaum mehr teilnehmen. Bei ihr sind schon Tränen geflossen. Die Zentralisierung der Frauenhilfe empfindet die Familie als lieblos. Die Eltern Müller sind drauf und dran, ihren Sohn Max vom Konfirmandenunterricht abzumelden, zumal sie vor einigen Tagen in ihrer Zeitung gelesen haben, dass die Kirchensteuereinnahmen erneut gestiegen sind. Und sie sehen an ihrer Gehaltsabrechnung, dass sich auch ihr eigener Kirchensteuerbeitrag in den vergangenen Jahren erheblich erhöht hat. Sie zahlen immer mehr, und die Kirche zieht sich immer weiter von ihnen zurück. Das verdirbt die Stimmung.

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Kirchensteuereinnahmen steigen und steigen und steigen …

Vor Jahren wurde ein Rückgang der Kirchensteuereinnahmen prognostiziert. Grundlage war die einfache Formel, nach der ein Rückgang der Mitgliederzahlen gleichbedeutend mit einem Verlust an Finanzkraft postuliert wurde. Sehr früh wurde darauf hingewiesen, dass mit dieser Formel keine seriöse Prognose über einen längeren Zeitraum möglich ist. Dennoch wurde sie Grundlage für ein rigoroses Spar- und Kürzungsprogramm unserer Landeskirche, und noch immer treibt dieses Gespenst seinen Spuk in Presbyterien und auf Synoden. Nun wurden die neuen Zahlen für 2018 und 2019 veröffentlicht. Der Trend zeigt weiter nach oben. 

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EKiR: Mehr Beteiligung wagen! Plädoyer für eine Aufwertung der Gemeindeversammlung in der Evangelischen Kirche im Rheinland

2020 stehen in unserer Landeskirche Presbyteriumswahlen an. Für Kirchengemeinden wird es jedoch immer schwerer, Menschen für die Mitarbeit in den Leitungsgremien zu gewinnen. Dies hat sicher mehrere Ursachen. Ein in unserer Gesellschaft allgemein zu beobachtender Rückgang der Bindungsbereitschaft ist eine, aber auch eine zunehmende Distanzierung der Gemeindeglieder gegenüber ihrer Kirche spielt eine Rolle. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat dieser Entwicklung entgegenzuwirken versucht, als sie den Wahlturnus von acht auf vier Jahre verkürzte. Doch Gemeindefusionen und Umstrukturierungen machen das Presbyteramt weiterhin wenig attraktiv, die ausufernde Beschäftigung mit Finanz- und Rechtsfragen wirkt auch nicht gerade einladend. Darüber hinaus sind vielen die Arbeitsweise und die Entscheidungsprozesse unserer Leitungsgremien nicht einsichtig. Umso wichtiger ist es, transparent zu agieren und Mitwirkungsmöglichkeiten offen zu halten, die Interesse an einer Gestaltung des Gemeindelebens an verantwortlicher Stelle fördern können. Ein Ort einer solchen Beteiligungskirche ist sicher die Gemeindeversammlung. Continue reading

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Mit dem Strom – Ev. Kirche auf Anpassungskurs Hans-Jürgen Volk geht in seinem Artikel "Kirche in Zeiten des Rechtspopulismus" dem Problem des gesellschaftlichen Anpassungskurses der evangelischen Kirche nach.

„Spätestens seit zwei Jahrzehnten haben wir es mit einer evangelischen Kirche zu tun, die sich weitaus mehr von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen ließ, als das sie selbst, kritisch, konstruktiv oder korrigierend, in den öffentlichen Diskurs eingegriffen hätte. Exemplarisch waren für die evangelische Kirche Entwicklungen im säkularen Umfeld, die man auf der Leitungsebene der Kirche bereitwillig übernahm. Damit wurde die von Barth im Gefolge von Barmen geforderte Bewegung in ihr Gegenteil verkehrt und der Gesellschaft der Dienst einer öffentlichen Theologie versagt, die sich selbst durch das überzeugende, mitunter auch nur zeichenhafte Beispiel kirchlichen Seins und Handelns bezeugt.“ Continue reading

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Landessynode: Kehrtwende im Rheinland Eröffnet das neue Erprobungsgesetz den Kirchengemeinden neue Handlungsspielräume? Manfred Alberti über mögliche Konsequenzen.

Viele rheinische Gemeinden klagen seit Jahren über die Lasten, die ihnen durch die massiv ausgeweitete Macht und Kosten der Kirchenkreisverwaltung und die Entmachtung der Presbyterien und der Gemeindeebene entstanden sind. Nun haben Kirchenleitung und Landessynode auf der Landessynode 2018 mit dem „Erprobungsgesetz“ eine Notbremse gezogen: Gemeinden und Kirchenkreise können bei fast allen kirchlichen Rechtsvorschriften einschließlich der Kirchenordnung in den nächsten fünf Jahren die Initiative ergreifen, Neuerungen mit jeweiliger Genehmigung der Kirchenleitung auszuprobieren. Den zunehmend ihrer Verantwortung beraubten Gemeinden wird damit wieder die Möglichkeit eingeräumt, kirchen- und gemeindegestaltend aktiv zu werden. Die Basis kann wieder Gemeindearbeit so strukturieren, wie es für ihre individuelle Gemeinde gut ist. Continue reading

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Landessynode: „Leichtes Gepäck“ für wen? Die Kirchenkreisverwaltung als Zentrum der Kirche. Manfred Alberti analysiert im Vorfeld der Landessynode die Vorschläge der Arbeitsgruppe „Leichtes Gepäck“.

Die Machtverschiebung zugunsten der mittleren Ebene des Kirchenkreises und seiner Verwaltung nimmt leider kein Ende. Nachdem die Gemeinden nahezu alle Macht und Verantwortung an die Verwaltung der Kirchenkreise abgeben mussten, möchte die Arbeitsgruppe „Leichtes Gepäck“ nun die Aufsicht für die Gemeindeebene ganz von der Landeskirche auf die Kirchenkreisebene verlagern und die landeskirchliche Aufsicht über die Kirchenkreise selbst auf Stichproben bei risikoträchtigen Sachverhalten beschränken (Drucksache 32, Anlage 3.4 S. 40; Anlage 8 A 1 S. 60). Die Kirchenkreisebene, besonders die Verwaltungsleitung, wird damit zur machtvollsten Institution der EKiR und unterliegt selbst kaum einer Kontrolle. Continue reading

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