Un-Kultur der kirchlichen Beliebigkeit Eingabe an die Landessynode der Badischen Kirche übt scharfe Kritik an EKD

20 Erstunterzeichner haben in einer Eingabe an die Landessynode appelliert, den Stil der EKD-Fürhung kritisch zu begleiten. Im Anschreiben heißt es:

Wir – Mitglieder der badischen Landeskirche – haben den Weg unserer Kirche nicht nur mit wachen Augen begleitet, sondern uns über den eigenen Dienstbereich hinaus auch in Leitungsaufgaben unserer Kirche über viele Jahre unserer Lebenszeit hinweg engagiert. Nun allerdings sind wir besorgt über den hohen Vertrauensverlust der gegenwärtigen EKD-Führung in der Öffentlichkeit und in unseren Gemeinden. Darum halten wir es für dringend geboten, dass die neue Landessynode mit aller Energie eine deutliche Verbes- serung bewirkt, was den Stil im Zusammenwirken zwischen EKD und Landeskirchen sowie Kirchengemeinden angeht. ›Stil‹ ist eben – zumal in der Kirche – nicht nur etwas Äußerliches, sondern signalisiert im Umgang auch Inhalte. Unbestreitbar hat sich die Vorgehensweise der EKD-Führung zunehmend dahingehend verändert, dass grund- legende Wahrheiten unserer Kirche unklar geworden sind und in Frage gestellt oder gar in Abrede gestellt wurden.

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Das Schattenregiment der EKHN Der erweiterte Solidarpakt stellt die Synode ins Abseits

Auch in der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau werden nach Bekanntwerden des „erweiterten Solidarpakts“ nun kritische Fragen laut. In einem Beitrag auf wort-meldungen.de heißt es:

Offenbar hat die EKD in der Personalplanung Vorgaben gemacht, die nun auch in der EKHN umgesetzt werden, obwohl sie mit den finanziellen Bedingungen dieser Kirche und den synodalen Beschlusslagen nicht übereinstimmen.

Genau hier stellen sich gewichtige Fragen:

Wer war befugt, solche weitreichenden Verabredungen zu treffen? Wer wurde darüber in der Kirchenleitung und in der Kirchenverwaltung informiert?

Wie begründen die Verantwortlichen ihre Handlungen?

Wie geht die Synode mit diesem Vorgang um?

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Die EKiR – ein Tochterunternehmen der EKD? Der Sparkurs der rheinischen Kirche und der "erweiterte Solidarpakt"

Haben Sie schon mal was von einem „erweiterten Solidarpakt“ gehört? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Landessynodalen, Superintendenten, Vorsitzenden von Pfarrvereinen oder MAV-Vertretern oder sogar langjährigen Mitgliedern von Kirchenleitungen soll es ähnlich gehen. Der „erweiterte Solidarpakt“ wurde im März 2006 von der Kirchenkonferenz der EKD beschlossenen. Durch ihn übt die EKD massiven Einfluss auf die Finanz- und Personalplanung ihrer Gliedkirchen aus. Er dürfte die eigentliche Begründung für den verschärften Sparkurs der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sein. Die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland folgt in blindem Gehorsam EKD-Vorgaben, die den meisten Mitgliedern ihre Landessynode unbekannt sind. Artikel lesen

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Gemeinwesen oder Großkonzern? Von verdeckten Leitbildern und der schleichenden Entmündigung der kirchlichen Basis

Diese Skizze soll verdeutlichen, in welchem gesellschaftlichen Kontext die kirchlichen Umbaukonzepte entwickelt wurden. In zentralen Elementen folgen sie einer neoliberalen Agenda. Was völlig fehlt, ist die Anknüpfung an das große biblische Freiheitsepos, das den Auszug der Kinder Israels aus der Knechtschaft in Ägypten beschreibt. Auch einen handlungsleitenden Bezug auf den paulinischen Freiheitsbegriff (Vgl. z.B. Gal. 4-5) sucht man vergeblich. Was offenbar sehr zielgerichtet angestrebt wird, ist die Transformation eines immer noch bemerkenswert vielfältigen protestantischen Gemeinwesens in einen religiösen Dienstleistungskonzern. Artikel lesen

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Erweiterter Solidarpakt – das Original! Wort-Meldungen veröffentlicht erstmals den Beschluss der Kirchenkonferenz der EKD im Wortlaut

Das Haushaltsrecht der Landessynode werde nicht eingeschränkt, hatte das Landeskirchenamt auf Nachfrage des WDR erklärt. Deshalb sei der Synode der Wortlaut des Erweiterten Solidarpaktes (ES) nicht mitgeteilt worden. Die EKD habe kein Zugriffsrecht auf auf die Finanzplanung der Landeskirchen, so lautete die Begründung in einem Radiobeitrag von Christoph Fleischmann für „Diesseits von Eden“. Aber ist das so? Wenn man den Beschluss der Kirchenkonferenz aus dem Jahre 2006 liest, klingt das an vielen Stellen anders. Es werden Mindeststandards definiert, deren Einhaltung überprüft und – sollte eine Landeskirche nicht artig die Vorgaben umsetzen – durch geeignete Maßnahmen durchgesetzt werden sollen. Die entsprechenden Eskalationsstufen reichen vom blauen Brief bis hin zum „Ausschluss weiterer Unterstützung für die betroffene Gliedkirche“ – also bis zur Aufkündigung der Solidarität. Artikel lesen

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Kirche an der Börse

Am 27. Juli hat der Journalist und Theologe Christof Fleischmann zusammen mit KirchenBunt im WDR 5 auf den „erweiterten Solidarpakt“ aufmerksam gemacht, der – an den Synoden vorbei – die Landeskirchen verpflichtet, ihre Pensionskassen finanziell aufzustocken. (Die Sendung kann man nachhören unter: http://www.wdr5.de/sendungen/diesseitsvoneden/finanzplanungderlandeskirchen100.html) Dass dies nicht nur massive Auswirkungen auf die Haushaltspolitik und die finanzielle Ausstattung der Gemeinden und Kirchenkreise hat, sondern die evangelische Kirche auch in ethischer Hinsicht in die Bredouille bringt, weist er nun in einem Feature des RBB nach.

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Eine vergiftete Atmosphäre? Kritische Stimmen zu den Reformprozessen innerhalb der EKiR sind scheinbar unerwünscht.

Seit wir Anfang Juni an die Öffentlichkeit gegangen sind, bekommen wir immer wieder Zuschriften von Pfarrer/innen, Presbyter/innen und kirchlichen Mitarbeiter/innen, die sich zwar positiv zu den Zielen dieser Initiative äußern, sich aber vorerst nicht aktiv beteiligen wollen. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass man für ein über den üblichen Dienst gehendes Engagement keine Kapazitäten mehr frei hat. Denn es mehren sich die Rückmeldungen, die einen Grund nennen, der mich sehr nachdenklich stimmt und dem bisher kaum öffentliche Beachtung geschenkt wurde: Kritische Stimmen zu den Reformprozessen sind – nicht nur innerhalb der EKiR – scheinbar unerwünscht. Artikel lesen

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KirchenBunt im WDR

Voraussichtlich am 27. Juli wird es einen ca. fünfminütigen Beitrag in der Sendung „Diesseits von Eden“ geben, in dem auch KirchenBunt zu Wort kommt. Das Thema verspricht einen interessanten Einblick in die Finanzpolitik unserer Kirche: „Ein Pakt, den keiner kennt. Wie die EKD-Ebene in die Finanzplanung der Landeskirchen reinregiert.“ Das Magazin, das sonntags von 9.20 Uhr bis 10.00 Uhr im WDR 5 ausgestrahlt wird, bietet Reportagen, Berichte, Kommentare und Interviews zu gesellschafts- und kirchenpolitischen Themen. Wer die Ausstrahlung verpasst, kann die Sendung im Anschluss in der Mediathek des WDR oder per PodCast nachhören.

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Dekanat auf Abwegen?!

Der fragwürdige Reformprozess in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist kein Einzelfall. Auch in anderen Landeskirchen gärt es, weil sich in den Gemeinden immer mehr der Eindruck festigt, dass über ihre Leitungen hinweg Entscheidungen getroffen werden, die sie nicht mittragen wollen. Jüngstes Beispiel ist die Synode des Evangelischen Dekanats Alsfeld in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Das sollte in absehbarer Zeit mit dem benachbarten Dekanat Vogelsberg fusionieren. Doch die Synodalen haben dem nun widersprochen und wollen ihre Interessen nötigenfalls mit einer Klage vor dem Kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgericht durchsetzen. Artikel lesen

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