Kirche mit zu leichtem Gepäck Von der Gemeinschaft der Gläubigen zur Organisation des Glaubens?

„Form follows function“ – die Form folgt aus der Funktion. Dies ist ein Grundsatz aus der Design-Branche, der auf den US-amerikanischen Architekten Louis Henri Sullivan (1856 – 1924) zurückgeht. Er besagt, dass das äußere Erscheinungsbild eines Gegenstandes nicht im Vordergrund steht, sondern sich dem Verwendungszweck unterordnet. Ein guter Designer macht sich also zunächst einmal darüber Gedanken, wozu das, was er in Form bringen soll, überhaupt dient. Erst dann entscheidet er sich für das zu verwendende Material und beginnt mit seinem Entwurf. Während des Gestaltungsprozesses wird er sich in den unterschiedlichen Produktionsphasen immer wieder vergewissern, ob er dem Grundsatz noch gerecht wird. Läuft er Gefahr, das Ziel zu verfehlen, schränkt also das Äußere die Funktionalität seines Produktes ein, muss er entsprechende Korrekturen vornehmen. Tut er das nicht, produziert er einen Gegenstand, der vielleicht gut aussieht, aber seinen Zweck nicht zufriedenstellend erfüllt oder ihm schlimmstenfalls widerspricht. Artikel lesen

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Drohen den Ortsgemeinden weitere Etatkürzungen? Gundlach: Pfarrer binden Gemeindeglieder nicht mehr

Es war eine illustre Runde, die sich in der Pauluskirche in Bonn-Friesdorf zusammengefunden hatte. Neben dem Vize-Präses der EKD, Dr. Thieß Gundlach, und Manfred Rekowski, Präses der EKiR, hatte Pfarrer Siegfried Eckert noch den Generalsekretär des ZdK Dr. Stefan Vesper zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Moderiert wurde die Diskussion, die von BibelTV aufgezeichnet wurde, vom Arzt und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen. Kein Wunder, dass es im Kirchsaal kaum noch Platz gab. Artikel lesen

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Eine vergiftete Atmosphäre? Kritische Stimmen zu den Reformprozessen innerhalb der EKiR sind scheinbar unerwünscht.

Seit wir Anfang Juni an die Öffentlichkeit gegangen sind, bekommen wir immer wieder Zuschriften von Pfarrer/innen, Presbyter/innen und kirchlichen Mitarbeiter/innen, die sich zwar positiv zu den Zielen dieser Initiative äußern, sich aber vorerst nicht aktiv beteiligen wollen. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass man für ein über den üblichen Dienst gehendes Engagement keine Kapazitäten mehr frei hat. Denn es mehren sich die Rückmeldungen, die einen Grund nennen, der mich sehr nachdenklich stimmt und dem bisher kaum öffentliche Beachtung geschenkt wurde: Kritische Stimmen zu den Reformprozessen sind – nicht nur innerhalb der EKiR – scheinbar unerwünscht. Artikel lesen

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Verwaltungsstrukturgesetz contra presbyterial-synodale Ordnung

Seit geraumer Zeit wird in unserer Evangelischen Kirche im Rheinland munter reformiert. Da wird die kameralistische Buchführung zugunsten der kaufmännischen Buchhaltung aufgegeben, Kompetenzen von Kirchengemeinden auf Kirchenkreis- und/oder Landeskirchenebene verlagert und die Verwaltung zentralisiert. Und das alles im Dienste der Sparsamkeit. Manches kann man nachvollziehen, anderes bleibt ein Mysterium. Und dann gibt es Reformen, bei denen man sich fragen muss, ob sie der rheinisch-protestantischen Kultur überhaupt noch entsprechen oder nicht vielmehr ein über Jahrhunderte gewachsenes und theologisch gut begründetes System auf den Kopf stellen und die basisorientierte Grundausrichtung unserer Kirche zugunsten einer hierarchisierten Struktur zerstören. Artikel lesen

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Ein Hauch von Barmen

Gottes Geist weht ja bekanntlich dort, wo er will. Und besonders wollend wehte er vor 80 Jahren in Barmen. Er hinterließ uns die Barmer Theologische Erklärung (BTE) – eine von 139 Kirchenvertretern aus 25 Landes- und Sozialkirchen formulierte, bemerkens- und bedenkenswerte Bekenntnisschrift, auf die in unserer Landeskirche sogar Pfarrerinnen und Pfarrer ordiniert werden. Es ist daher nur selbstverständlich, dass sich auch unsere Kirchenleitung ihrer angenommen und sogar ein Themenpaket herausgebracht hat (Download: Themenpaket BTE). Darin kommt – direkt nach unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel – denn auch sogleich unser Präses Manfred Rekowski – ebenfalls bemerkens- und bedenkenswert – zu Wort. Unter dem Titel: „Der christliche Glaube segnet nicht ab“ heißt es u.a.:

„Für die Kirche gilt: Sie hat die Botschaft vom menschenfreundlichen Gott allen Menschen mitzuteilen. Das bewahrt sie auch vor einer reinen Mitgliedschaftspflege. Außerdem beteiligt eine Kirche, die sich auf Barmen beruft, möglichst viele Menschen an den Entscheidungsprozessen. Natürlich können auch Leitungsgremien und Synoden irren, drohen wichtige Entscheidungen vertagt zu werden. Schließlich ist auch Kirche Teil der noch nicht erlösten Welt, wie es in der 5. These heißt. Dennoch: Dass wir als Beteiligungskirche unschlagbar sind, gilt es in der Kirche entdecken.“

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Quo vadis, EKiR?

Über die Reformutation einer noch 
presbyterial-synodal strukturierten Landeskirche.

Es war eine Sternstunde des zivilen Ungehorsams, politischen Mutes und der persönlichen Glaubensfreiheit: 1529 verweigerten die evangelischen Stände auf dem Reichstag zu Speyer ihre Zustimmung für ein Edikt, das den Ländern und Reichsstädten der Reformation schon zugesagte Rechte und Sicherheiten, die ihnen drei Jahre zuvor eingeräumt worden waren, wieder genommen hätte. Gegen eine katholische Mehrheit und im Angesicht des kaiserlichen Stellvertreters König Ferdinand I. protestierten sie für die ungehinderte Verbreitung des evangelischen Glaubens, gegen die Verhängung der Reichsacht gegen Martin Luther und gegen ihre religiöse Entmündigung. Infolge ihres Aufbegehrens und Widerstandes setzte sich in Deutschland das Prinzip der Religionsfreiheit durch, und aus der reformatorischen Bewegung entwickelte sich eine protestantische Glaubenskultur, die gegenüber einer klerikal geprägten Kirche die geistliche Mündigkeit der Getauften, das Priestertum aller Gläubigen, betonte. Diese Überzeugung ist u.a. der Grund dafür, dass sich evangelische Kirchen von der Ortsgemeinde her entwickelt haben und übergeordnete Institutionen lediglich subsidiäre, also dienende Funktion besitzen. Artikel lesen

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Es wird Zeit

Seit Jahren verfolgt unsere Landeskirche und die EKD eine die Ortsgemeinden aushöhlende Politik. Seit Jahren liegt man den Presbyterien mit Sparzwängen in den Ohren, die mit rückläufigen Kirchensteuereinnahmen begründet werden – was schlicht eine Lüge ist, denn die Kirchensteuereinnahmen sprudeln seit geraumer Zeit so gut wie lange nicht mehr. Seit Jahren werden Kompetenzen auf höhere Ebenen verlagert. Seit Jahren wird auf landeskirchlicher Ebene eine Misswirtschaft betrieben, die den Gemeinden das finanzielle Wasser abgräbt. Seit Jahren werden örtlich gewachsene Strukturen aufgedröselt und übergemeindlich neu gebündelt.

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