„Wir überspannen den Bogen“ – Kirchensteuern steigen, Pfarrstellen werden abgebaut Auch für 2016 und 2017 wird mit einem Rekordaufkommen gerechnet. Sparprogramm geht unvermindert weiter.

Die Kirchensteuereinnahmen sind 2016 wieder einmal gestiegen. Und auch für 2017 wird mit einem Rekordergebnis gerechnet. Dennoch wird an den oft rigiden Sparkursen und Gemeindefusionsplänen, die auf den falschen Prognosen vergangener Jahre basieren, festgehalten. Auf der Synode der Württembergischen Landeskirche hat dies nun zu Unmut unter den Synodalen geführt. Genutzt hat ihre Kritik nichts.

So hat das württembergische Kirchenparlament kürzlich beschlossen, in manchen Regionen bis zu einem Viertel der Pfarrstellen zu streichen.

Der Stadtdekan Søren Schwesig, dessen Bezirk noch einigermaßen glimpflich davon kommt, hat die Kürzungen jüngst verteidigt und darin einen heilsamen Zwang zur Veränderung erblickt. Deutlichen Widerspruch erntet er nun von der designierten Degerlocher Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs: „Wir überspannen den Bogen und lösen ungeheuren Frust aus“, warnte die Theologin vor dem Kirchenparlament im Hospitalhof. Angesichts von Rekordeinnahmen bei der Kirchensteuer sei der Zeitpunkt denkbar ungünstig, diesen Pfarrplan 2024 jetzt zu beschließen.

Doch die Einwürfe änderten nichts. Mit großer Mehrheit segnete die Synode die Pläne nach rund dreieinhalbstündiger Diskussion ab. Angesichts des Mitgliederschwundes habe man keine Alternative zu der schmerzlichen Entscheidung, lautete das Fazit der Mehrheit.

Damit werden in Zukunft 220 Pfarrstellen eingespart. Dafür wird an anderer Stelle investiert, u.a. in eine Agentur, die an der Basis für die Sparmaßnahmen werben soll:

Parallel soll ein Bündel an Maßnahmen den Gemeinden helfen, den Wandel zu gestalten, Strukturen zu reformieren und Kooperationen einzugehen. Dafür stehen bis 2040 insgesamt 100 Millionen Euro bereit. Das Geld fließt auch in zusätzliche Stellen für Religionspädagogen und Diakone. Zudem hat die Landeskirche eigens von einer Agentur in Tübingen eine Kampagne entwickeln lassen, die an der Basis Verständnis für den Pfarrplan erzeugen soll.


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