„Wir geben die Verantwortung ab, was wir gar nicht wollten“ Stimmen zur Verwaltungsstrukturreform aus dem Kirchenkreis Lennep

Im Kirchenkreis Lennep wurde zum 1. Januar 2016 die Verwaltungsstrukturreform nun auch für die Gemeindeglieder spürbar umgesetzt. Dass die Zentralisierung nicht immer im Sinne der Basis geschieht, zeigen deutlich Stimmen aus den betroffenen Gemeinden.

Lutherische Kirchengemeinde Radevormwald

„Uns ist wichtig, dass das hiesige Büro besetzt bleibt“, sagt Kremers. Außerdem blieben die für die Gemeindeglieder wichtigen Angebote, die sie unmittelbar betreffen, erhalten. Dazu zähle vor allem das Archiv. Aber auch, wenn es darum geht, Melde- oder Patenbescheinigungen zu bekommen. Entscheidend sei, dass sich die evangelische Kirche mit der Reform nicht komplett zurückziehe. „Dennoch war die Reform in dieser Form nicht unser Wunsch, die Landeskirche hat mit dem neuen Gesetz Fakten geschaffen“, sagt Kremers. Er bezeichnet die Umsetzung als „anstrengenden Prozess“, der sich nach und nach einspielen müsse. Wichtig sei, dass das Verwaltungsleben erhalten bleibe – trotz deutlich reduzierter Öffnungszeiten im Gemeindebüro.

Kirchengemeinde Dahlerau

„Wir haben uns für das Vor-Ort-Büro stark gemacht, denn wir sind zwar nicht der Nabel der Welt hier, aber wir haben viele ältere Gemeindeglieder“, sagt sie. Im Vor-Ort-Büro könnten auch weiterhin Beerdigungen angenommen und organisiert werden. Rechnungen aber werden künftig im zentralen Verwaltungsamt geschrieben. „Wir hoffen auf möglichst wenig spürbare Auswirkungen“, sagt Lauterbach. Für sie ist die Reform eine große Umstellung und ein Umbruch in der Gemeindearbeit. „Das muss sich erst einspielen“, sagt sie.

Kirchengemeinde Remlingrade

Eine personelle Veränderung gibt es auch im Gemeindebüro Remlingrade: „Petra Basener bleibt uns zwar erhalten, sie ist aber nicht mehr Angestellte der Gemeinde. Wir geben die Verantwortung ab, was wir gar nicht wollten“, sagt Pfarrerin Maria Kluge. Auch die Stundenzahl sei deutlich reduziert worden. … Negativ fällt ihr auf, dass durch die neue Struktur zwar Geld und Personal gespart werden soll, „für uns als kleine Gemeinde es aber teurer wird, denn wir müssen schließlich für das neue Verwaltungsamt bezahlen und es mit unserem Beitrag mittragen“, sagt sie. Noch sei die Kirchengemeinde Remlingrade eine Gemeinde, die nicht von Zuschüssen abhängig sei. „Ich hoffe, dass es uns finanziell weiter gut geht und wir die Mehrbelastung durch das zentrale Verwaltungsamt in Zukunft kompensieren können.


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