Vorsicht vor „fusionitis“ in der evangelischen Kirche! Pfarrer Dr. Christian Schwark aus dem Kirchenkreis Siegen spricht sich für mehr Flexibilität und Innovation in strukturellen Fragen aus.

Heinrich Bedford-Strohm ist dagegen (wir berichteten), die betroffenen Gemeinden sind meist nicht erfreut, nun spricht sich in einem Beitrag für „Vitamin C“ auch Pfarrer Dr. Christian Schwark gegen den Fusionswahn aus. Denn: „In einer kleineren Gemeinde ist es viel leichter, ein Profil zu gewinnen und zu erhalten … können Ehrenamtliche den Überblick behalten … engagieren sich viele lieber, weil sie wissen: Was ich tue, oder was ich spende, kommt direkt der Gemeinde vor Ort zugute.“ „Insgesamt ergibt sich, dass die Fusion von Gemeinden ein ausgesprochen effektives Mittel ist, profilierten Gemeindeaufbau zu verhindern. Darum ist die „Fusionitis“ der falsche Weg, um die evangelische Kirche zukunftsfähig zu machen.“

Strukturen sind nicht das Wichtigste beim Gemeindaufbau. Gemeindeaufbau steht und fällt damit, dass sich eine Gemeinde an Jesus Christus und an seinem Wort orientiert. Aber Strukturen können Gemeindeaufbau leichter oder schwerer machen. Anstelle der sich ausbreitenden „Fusionitis“ ist der evangelischen Kirche zu wünschen, dass sie in strukturellen Fragen flexibler und innovativer wird.


→ … den ganzen Artikel lesen …

Download PDF
2 Beiträge
  1. Wenn sich alle bei diesem Thema einig sind, warum bläht man dann die Verwaltungsstruktur derart auf? Warum macht man den Weg frei für Riesengemeinden? Es geht sich hier doch um Stellenaufbau im Verwaltungsapparat und Stellenabbau auf Gemeindeebene. Wenn eine neue Großgemeinde „herbeifusioniert“ wird, werden Kompetenzen ausgelagert, aber in der Verwaltung sucht man neue Mitarbeiter? Wenn niemand dies wirklich möchte, warum wird dies dann gemacht?

    • Sie haben vollkommen Recht, Patrick, das ist in der Tat schizophren. Ich vermute drei Gründe hierfür:
      1. Noch nicht überall ist diese Erkenntnis durchgedrungen – und wenn doch, dann ist der Entscheidungsapparat zu träge oder nicht Willens, umzulenken.
      2. Es gibt an vielen Stellen immer noch Überzeugungstäter, die in der Zusammenlegung das Heil der Kirche sehen.
      3. Auf kommunaler Ebene und auch aus Unternehmen weiß man: Verwaltung besitzt neben einem hohen Selbsterhaltungstrieb eine fast zwanghafte Neigung zur Aufblähung. Durch Kompetenzübermittlung ausgerechnet an diese Sparte haben die Kirchenleitungen kaum noch Einflussmöglichkeiten auf diese Entwicklung, weil alles ja nach Vorschrift erledigt werden muss.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.