Rommerskirchen: Ein Kompromiss, der aufhorchen lässt! Präses Rekowski auf Gegenbesuch in der agilen Protestgemeinde.

In der Ev. Kgm. Rommerskirchen wurde die in Oberhausen initiierte Bewegung „KirchenBunt“ in einen Verein überführt. Der Ort war bewusst gewählt, um die Sorgen der Rommerskirchener um ihre eigenständige Verwaltung und deren Protest gegenüber der Landeskirche und im Landeskirchenamt zu unterstützen (wir berichteten). Nun gab es vor Ort ein Treffen mit Präses Rekowski und Superintendent Denker.

Im aktuellen Gemeindebrief der Kirchengemeinde heißt es hierzu:

Am 09. Dezember besuchte Präses Manfred Rekowski unsere Kirchengemeinde gemeinsam mit Superintendent Denker und einer kleinen Abordnung aus dem Landeskirchenamt, um mit dem Presbyterium über die Frage unserer Selbständigkeit zu verhandeln.

In seiner Ansprache an die Gemeinde sprach er launig von einem Gegenbesuch und erinnerte so an die Demonstration im Landeskirchenamt in Düsseldorf, bei der wir die Petition zur Selbständigkeit unserer Kirchengemeinde überreicht hatten. Anerkennend nannte er unsere Kirchengemeinde das „geistliche Zentrum der Region“ und räumte ein, dass vieles in der Entwicklung und Durchsetzung der Verwaltungsstrukturreform nicht gut verlaufen sei. Jetzt aber sei sie kirchenrechtlich festgeschrieben und für alle Kirchengemeinden der rheinischen Landeskirche verbindlich. In Zukunft werde die Kirchenleitung aber in ähnlichen Vorhaben lieber nur Rahmenrichtlinien vorgeben, die dann von den einzelnen Kirchengemeinden je nach ihrer eigenen Situation unterschiedlich ausgefüllt werden sollen.

Interessant im Bericht ist dann der erwähnte „Kompromiss“, der bei „Verhandlungen“ mit dem Presbyterium gefunden wurde:

Von Anfang an wurde allen schnell klar, dass sowohl die Leitung der Landeskirche als auch die des Kirchenkreises keine Ausnahme zugunsten unserer Kirchengemeinde in der Durchsetzung des Verwaltungsstrukturgesetzes machen konnte. Auf unserer Seite dagegen wurde deutlich, dass wir unser Gemeindeamt vor Ort auf keinen Fall aufgeben würden und am liebsten in vollem Aufgabenumfang erhalten wollten. In der zweistündigen Verhandlung dieser Standpunkte haben wir dann folgenden Kompromiss erstritten: Unser Gemeindebüro bleibt erhalten und die Stelle der Verwaltungsangestellten soll ebenso im jetzigen Umfang erhalten bleiben. Wir werden die als Pflichtaufgaben von der Landessynode definierten Arbeitsbereiche an den Neuss-Gladbacher Verwaltungsverband und so an das zu bildende kirchenkreisweit operierende zentrale Verwaltungsamt abgeben. Die unserer Kirchengemeinde dadurch entstehenden Mehrkosten sollen vom Kirchenkreis ausgeglichen werden.

Gerade der letzte Satz lässt aufhorchen. Das Vorhaben steht allerdings unter „dem Vorbehalt, dass das Verwaltungsstrukturgesetz unserer kirchlichen Grundordnung nicht widerspricht.“


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