Präses Rekowski entschuldigt sich für den Umgang mit Pastoren IDEA berichtet über einen Brief des Präses an die Pastoren im Ehrenamt.

„Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski (Düsseldorf), hat sich im Namen der Kirchenleitung für einen geringschätzenden Umgang mit Pastoren in der Vergangenheit entschuldigt. (…) In einem Brief an die Pastoren, der der Evangelischen Nachrichtenagentur idea vorliegt, nennt Rekowski die Personalpolitik der rheinischen Kirche für den Pfarrdienst eine »missliche Geschichte«. Der Kirchenleitung sei bewusst, dass die Entscheidungen für viele betroffene Pastoren mit schmerzhaften Erfahrungen verbunden waren. Dies habe zum einen an zu wenigen Stellen gelegen, zum anderen »aber auch an einem teilweise wenig empathischen administrativen Umgang mit Ihnen«. Es habe wirtschaftliche Härten in Bereichen wie Nachversicherung, Krankenversicherung oder Arbeitslosengeld gegeben. Dafür wolle die Kirchenleitung »ausdrücklich um Entschuldigung bitten«.“

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3 Beiträge
  1. Die Entschuldigung mag ehrlich gemeint sein, ein „Geschmäckle“ besitzt sie dennoch. Sie kommt zu einer Zeit, in der klar ist, dass die EKiR Probleme haben wird, das anvisierte Ziel von 1.000 PfarrerInnen im Jahr 2030 zu erreichen. Da kommen ein paar ausgemusterte TheologInnen wie gerufen. Merkwürdig ist auch, dass die angesprochenen PastorInnen weiterhin nur in Pfarrstellen gewählt werden können, wenn sie dieses unsägliche zentrale Bewerbungsverfahren bestanden haben. Erst wenn diese Hürde abgebaut ist, wird die Entschuldigung glaubwürdig.

    • Die „paar ausgemusterten PastorInnen“ (Andreas Reinhold) werden die Probleme der EKiR ab 2030 schon alleine deshalb nicht lösen können, weil auch sie dann das Rentenalter erreichen.

      Der radikale Schnitt von 2007 war doch keine Entscheidung aus einer Laune heraus, sondern das Ergebnis einer ungesteuerten Personalentwicklung vorher! Wenn Rekowski jetzt um Entschuldigung bitten muss, dann auch deshalb, weil vor einigen Jahrzehnten die Gemeinden z.B. lieber die jungen Theologen „frisch von der Uni“ (genauer: nach dem Vikariat) einstellten und die älteren im Wartestand mit Beschäftigungsaufträgen versauern ließen. (Es war ein schöner Nebeneffekt, dass sie so die KollegInnen im Pfarramt merklich entlasteten.) Das war vielleicht „presbyterial“, aber es war nicht „synodal“. Wenn ich mich recht erinnere, wurden die Beschäftigungsaufträge der Warteständler aus der scheinbar reich gefüllten Pensionskasse bezahlt. Auch ohne diese Entnahme hätten die Gelder nur dann gereicht, wenn das weltweite Wachstum und die damit verbundenen hohen Zinsen (gegen den kirchlichen Protest!) die Riesenlücke gefüllt hätten. Diese unverantwortlichen Entscheidungen damals mussten irgendwann zum harten Schnitt vor einigen Jahren führen. Dennoch hätte man den Sonderdienst viel früher im Angestelltenverhältnis ermöglichen müssen. Das hätte viele Härten ganz anders abgefedert! Dennoch hätte auch damals die Post aus dem LKA nicht so bürokratisch und unsensibel sein müssen, wie sie viel zu oft war.

      Das hat sich nun merklich gebessert; die Entschuldigungsbitte des Präses ist Ausdruck eines geänderten Bewusstseins in der neuen Kirchenleitung.
      Jetzt kann man nur hoffen, dass sie nicht dieselben Fehler wie damals wiederholt und aus scheinbarem aktuellen Geldsegen Menschen einstellt, die sie wieder entlassen muss, wenn die (schon vor Jahrzehnten gemachten) Pensionsversprechungen der 1350 Pfarrerinnen und Pfarrer eingelöst werden müssen, die zwischen 2020 und 2030 in den Ruhestand treten werden.

      • Lieber Bernd Kehren,

        in der Tat sind viele Pastoren 2030 schon im Rentenalter. Aber die Probleme beginnen ja nicht erst in diesem Jahr. Wir haben jetzt schon Versorgungslücken, die sich schon in naher Zukunft vergrößern werden. Ich zitiere da mal meinen Kollegen Hans-Jürgen Volk: „Bereits in wenigen Jahren – etwa ab 2018 – gehen die ersten geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Zudem häufen sich die Fälle, in denen Kolleginnen und Kollegen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden, was die auf uns zukommende Mangelsituation noch einmal verschärfen dürfte.“ (http://kirchenbunt.de/sos-pfarrdienst/) Auch in diesem Zusammenhang verstehe ich es nicht, dass man immer noch Hürden aufrecht erhält, die niemandem dienen, schon gar nicht dem eigentlichen Auftrag unserer Kirche. Insofern sind wir da eins mit dem Rheinischen Konvent, der ja ebenfalls daran arbeitet, den Zugang zu Pfarrdienst für Pastoren zu erleichtern. Ich denke, darin liegt eine Möglichkeit, wenigstens die in absehbarer Zeit klaffenden Lücken einigermaßen zu schließen.

        Und in der Tat: Man ist dabei, wieder jede Menge Personal einzustellen, die in Zukunft Kosten verursachen werden. Allerdings sind die nicht dazu da, das Evangelium zu predigen, sondern Zahlen in den Griff zu kriegen, die mit dem Einzug des NKF außer Kontrolle geraten sind.

        Ich gehe mit Ihnen d’accord, dass man schon viel früher flexiblere Anstellungsverhältnisse hätte installieren sollen. Übrigens waren meines Wissens sehr viele Gemeinden dazu bereit, wurden aber von der Landeskirche oft ausgebremst.

        Es mag sein, dass in Düsseldorf nach der Schneider-Ära ein anderes Denken Einzug gehalten hat. Die Entschuldigung Rekowskis hat sicher vielen gut getan und verdient auch Respekt. Aber solange den sicher ehrlich gemeinten Worten nur halbherzige Taten folgen, bleibe ich skeptisch.

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