Petition gegen die Verwaltungsstrukturreform Evangelische Kirchengemeinde Rommerskirchen sammelt über 1100 Unterschriften

Die Evangelische Kirchengemeinde Rommerskirchen übergibt am 25. Juni 2015 um 11.00 Uhr in Düsseldorf ihre Petition gegen die Verwaltungsstrukturreform mit über 1100 Unterschriften an die Landeskirche in Düsseldorf. Zahlreiche Gemeindeglieder werden mit einem Bus zum Landeskirchenamt fahren. KirchenBunt dokumentiert die Petition nebst Begründung und wird über die Übergabe berichten.

Petition gegen die Verwaltungsstrukturreform der Evangelischen Kirche im Rheinland

Ich lehne die Zwangszentralisierung von Verwaltungsaufgaben der Evangelischen Kirchengemeinde Rommerskirchen in einer Zentralverwaltung mit der Folge der Schließung unseres Gemeindebüros ab!

Mit diesem Prozess entfernt sich unsere Kirche von den Menschen der Gemeinde und damit von ihrer Grundlage!

Daher fordere ich:

Die Selbstständigkeit unserer Kirchengemeinde mit ihren wichtigen Diensten und Funktionen für die Menschen vor Ort muss gestärkt und gefördert werden, nicht reduziert und geschwächt!

Die Verwaltung der Kirche hat den Gemeinden und den Menschen vor Ort zu dienen und darf nicht als Zentralverwaltung über wesentliche Teile unserer nach der Kirchenverfassung eigenverantwortlich wahrzunehmenden Aufgaben bestimmen! Unser Gemeindebüro ist unverzichtbar!

Unsere Evangelische Kirche ist eine Kirche von unten. Sie ist geprägt vom Engagement ihrer Mitglieder vor Ort. Sie darf nicht durch die Schaffung einer hierarchischen Struktur und Unternehmensform eines „Religionskonzerns“ ausgehöhlt und in wesentlichen Punkten beseitigt werden!

Ich lehne das Verwaltungsstrukturgesetz der Rheinischen Kirche ab! Dieses Gesetz muss für gut funktionierende Kirchengemeinden mit Gemeindebüros wie dem unseren eine Ausnahme von der Zentralverwaltung zulassen!

Ich fordere die Verantwortlichen auf, dies zu korrigieren!


Information zur Petition

Seit 53 Jahren werden in unserer Evangelischen Kirchengemeinde Rommerskirchen die wesentlichen Verwaltungsaufgaben vom Presbyterium und dem Gemeindebüro selbstständig und erfolgreich wahrgenommen:

  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Bau- und Liegenschaftswesen
  • Meldewesen, incl. Kirchenbuchführung
  • Informations- und Kommunikationstechnik
  • Personalwesen (ohne Abrechnung)

Nun sollen diese Aufgaben nach dem Verwaltungsstrukturgesetz der Rheinischen Landeskirche als „Pflichtaufgaben“ von einer Zentralverwaltung wahrgenommen und damit der eigenverantwortlichen Durchführung durch unsere Kirchengemeinde entzogen werden. Wir finden dies aus folgenden Gründen falsch:

Unsere Verwaltung wird heute durch eine Teilzeitstelle mit 30 Std. wahrgenommen. Die Übernahme unserer örtlichen Aufgaben durch eine Zentralverwaltung würde die daraus resultierenden Kosten für unsere Kirchengemeinde deutlich erhöhen. Nach der Erfahrung anderer Gemeinden haben sich die Kosten sogar verdoppelt.

Dies würde uns durch die daraus folgenden neuen Kosten aus einer Zentralverwaltung bei unserer Arbeit vor Ort außerordentlich belasten und zwingen, Kosten an anderer Stelle einzusparen. Unser Gemeindebüro würde geschlossen.

Neben den oben genannten Pflichtaufgaben möchten wir Ihnen auch weiterhin alltäglich hier in Rommerskirchen einen kompetenten Ansprechpartner zum Beispiel für persönliche Fürsorge, Terminabsprachen, Chöre, Kulturcafe, Veranstaltungen auch für Kinder und Jugendliche, Hausbesuche, Seniorenfahrten, Gemeindefest, Adventsfenster, Frixheimer Sommer, Bibelkreis, Annahme und Ausgabe von Dokumenten, Ausfertigung von Bescheinigungen und Urkunden für Taufe, Konfirmation, Trauung, Sterbefälle, besondere Geburtstage und Jubiläen, u. v. m. anbieten können.

Wir möchten auch denen, die dankenswerterweise ehrenamtlich in unserer Kirchengemeinde mitarbeiten, weiterhin schnelle und effiziente Lösungen vor Ort anbieten können.

Wir wollen den Mitgliedern unserer Kirchengemeinde aufwändigere Verwaltungsverfahren mit einer entfernten Zentralverwaltung ersparen.

Wir müssen hier vor Ort auch in unserem Gemeindebüro täglich für Bedürftige aus unserer Kirchengemeinde und darüber hinaus da sein.

Unser Presbyterium muss weiterhin wie heute seine Aufgaben hier in der Kirchengemeinde Rommerskirchen eigenverantwortlich wahrnehmen können. Dabei muss es durch unser unverzichtbares Gemeindebüro unterstützt werden. Diese Aufgaben in eine Zentralverwaltung auszulagern, muss alleinige Entscheidung der Kirchengemeinde sein.

Für weitere kritische Informationen zur Strukturreform der Rheinischen Landeskirche: www.kirchenbunt.de und www.ekir.de.

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