Neue Töne aus der EKD? Gundlach: EKD-Reformprozess "Kirche der Freiheit" zu optimistisch

Bereits im Juni des vergangenen Jahres äußerte der Vizepräsident der EKD, Thies Grundlach, Bedenken hinsichtlich  der Erfolgsaussichten des 2006 angestoßenen Reformprozesses. Dabei kommt er u.a. zu bisher ungehörten Einsichten: „Die Kirche müsse sich allerdings selbstkritisch fragen, ob sie zu viele übergemeindliche Stellen geschaffen habe, die mit dem unmittelbaren Gemeindeleben nichts mehr zu tun haben“. Und weiter: „Die zentrale Erwartung aller Kirchenmitglieder bleibe die „qualitativ wertvolle religiöse Kommunikation in einer konkreten Gemeinde vor Ort durch den klassischen Berufsstand“.“

Andererseits hört man auch Altbekanntes:

Dennoch habe der Reformprozess der Kirche gut getan. Eine „Kirche im Reformstress“ gebe es nur dort, wo Veränderungen zu zögerlich begonnen worden seien.

Auf der Tagung in Berlin wurde auch noch einmal die Bedeutung des Gemeindepfarrers/der Gemeindepfarrerin hervorgehoben:

Nach Einschätzung des Bonner Theologieprofessors Eberhard Hauschildt gelten Pfarrer weiterhin als „Vorzeigeprotestanten“, die „für das Gute“ stehen. Gefragt, welche Person sie mit der evangelischen Kirche in Verbindung bringen, nannten 30 Prozent der Teilnehmer der EKD-Studie den Reformator Martin Luther, 13 Prozent Jesus Christus, zehn Prozent die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und acht Prozent den Bundespräsidenten und ehemaligen Pfarrer Joachim Gauck. Daneben sei eine große Zahl von weiteren Einzelpersonen genannt worden, die überwiegend als Ortspfarrer tätig sind. Amtierende Bischöfe oder der EKD-Ratsvorsitzende seien hingegen kaum genannt worden. Hauschildt: „Markus Dröge oder Nikolaus Schneider fallen den Kirchenmitgliedern nicht ein.“ Es komme vor allem auf den persönlichen Kontakt mit dem mit ständig wachsenden Aufgaben konfrontierten Pfarrer vor Ort an: „Nur Käßmann und Gauck aus dem Fernsehen reichen nicht aus.“

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