Nähe zu den Menschen ist gefragt. Aber: die Gemeinden werden kaputtgespart. Im Februar hat die reformierte Kirche ihr "Impulspapier" herausgebracht. Eberhard Mechels u.a. reagieren mit einem offenen Brief

Nach evangelischem Verständnis ist die christliche Kirche eine „Kirche von unten“, eine Gemeindekirche, in deren Versammlung Jesus Christus gegenwärtig ist. Sie ist ihrem Wesen nach nicht eine Großinstitution oder Behörde. Daraus folgt: Die Kirche muss sich so organisieren, dass sie nahe bei den Menschen ist als eine erreichbare, erfahrbare, hilfreiche Gemeinschaft. Darum müssen die einzelnen Gemeinden eine begrenzte Mitgliederzahl haben, in der das möglich ist.

Das im Februar dieses Jahres in der Alasko-Bibliothek mit grossem Aufwand veröffentlichte Impulspapier der reformierten Kirche zeichnet  sich aus durch bemerkenswerte Selbstgefälligkeit und Inhaltsarmut. Es beschreibt  eine  Tendenz, die sich von der Gemeindekirche abwendet: Es werden größere Einheiten angestrebt, Gemeinden und Synodalverbände sollen zusammengeschlossen werden, die Zahl der Pfarrstellen um mindestens ein Drittel zurückgefahren werden.

Das Impulspapier beklagt: „Die Kirche verliert zunehmend den Zugang zu den Lebenswelten ihrer Mitglieder.“ Tatsache ist aber, dass der Reformkurs der evangelischen Landeskirchen den Verlust der Verbindung zu den Menschen herbeiführt, der dann beklagt wird.

Begründet wird dieser Kurs mit der demographischen und finanziellen Entwicklung: Vermutete Mindereinnahmen machen  angeblich Sparmassnahmen unausweichlich. Tatsache ist aber, dass trotz Mitgliederschwund die Einnahmen der Kirche kontinuierlich steigen. Statt aus Angst vor der Zukunft Kapital anzusparen sollte die Kirche es da investieren, wo sie ihren Auftrag hat: In der Arbeit mit den Menschen, für die Menschen, nahe an den Menschen. Angst ist ein schlechter Ratgeber.  Mit Glaube, Liebe und Hoffnung hat die Kirche Zukunft.


→ Offener Brief an die reformierte Kirche
→ Impulspapier der reformierten Kirche

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