Reformprozess: Kirchengemeinde verklagt Landeskirche! Die Kirchengemeinde Sankt Servatius im niedersächsischen Haverlah hat Verfassungsklage gegen die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig eingereicht.

David gegen Goliath: Eine kleine Kirchengemeinde im Landkreis Wolfenbüttel hat wegen der Reformvorhaben Verfassungsklage gegen die Evangelisch-Lutherische Landeskirche eingereicht. In der Begründen heißt es u.a.: „Es kann nicht angehen, daß im ländlichen Raum die Pfarrer um 25 bis 30 % gekürzt werden, wie das Beispiel Innerstetal (von 5 auf 3 bis 3,5 Stellen) beweist, und die Verwaltung weiter wächst. Keine Organisation mit dem Problem des Mitgliederschwundes stärkt die Wasserköpfe und kürzt die Basisarbeit. Das wäre aber das Ergebnis der Reform.“Gerügt werden folgende Punkte:

Durch die Zentralisierung im ländlichen Raum, künftig soll ein Pfarramt mindestens drei Stellen haben, und den Rückzug aus der Fläche, wird gegen den Geist der landeskirchlichen Verfassung verstoßen, die die Ortskirchengemeinde eindeutig in den Mittelpu der Kirchenarbeit mit den Gläubigen stellt.

Den Ortskirchengemeinden wird ihr verfassungsrechtlich vebürgtes Recht auf Mitwirkung bei der Pfarrstellenbesetzung genommen

Die Mittelkürzung ausschließlich im Bereich der Gemeindepfarrer ohne auch im Bereich der Verwaltung Einsparungen vorzunehmen ist willkürlich, zumal an den im Vergleich zu anderen Kirchen sehr hohen Verwaltungskosten nichts geändert wird (Braunschweig hat die höchsten Verwaltungskosten und den niedrigsten Pfarreranteil pro Kirchenmitglied)

Der Zwang zur Bildung von Kirchengemeindeverbänden und der Zwangsmitgliedschaft in unwirtschaftlichen Verwaltungsverbänden  schränkt die Autonomie der Kirchengemeinden willkürlich ein.


→ Bericht auf domradio.de …
→ Bericht der zuständigen Anwaltskanzlei …

PS: Auf der Website der Landeskirche ist davon nichts zu lesen …

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2 Beiträge
  1. Es wird zeit dass man zeigt dass es so nicht weiter geht. Wir stellen uns in unser Gemeinde gegenüber unser LKH treuen Super ständig quer. Es kann nicht sein da dort wo Lebendigen Gottesdienste gefeiert wird schlicht weg rationaliziert wird!!!

    • Liebe Susan Hölscher,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir können mutige Gemeinden wie die Ihre gut brauchen. Für Ihr Engagement wünschen wir weiterhin viel Erfolg!

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