kirchenbunt zu Gast in Duisburg-Wanheim Presbyterium informierte sich über die Initiative und diskutierte über mögliche Folgen der Umbauprozesse in der EKiR

Am 24. September waren Hans-Jürgen Volk und Andreas Reinhold als Vertreter der Initiative „KirchenBunt im Rheinland“ in die Ev. Kgm. Duisburg-Wanheim eingeladen, um mit dem Presbyterium über die aktuellen Entwicklungen in der EKD und der EKiR zu diskutieren. In einer angenehmen Atmosphäre tauschte man zunächst Erfahrungen bezüglich NKF und Verwaltungsstrukturreform aus. Dabei wurde deutlich, dass sowohl die Systematik als auch die Umsetzung des Neuen Kirchlichen Finanzwesens zu erheblichen Irritationen geführt hat. Vor allem erscheint die Funktionalität fraglich und den immensen finanziellen und personellen Aufwand nicht zu rechtfertigen. Auch die zum Einsatz kommende Software (SAP) bereitet Bauchschmerzen, weil sie einer Konzernstruktur folgt und in Zukunft teuer bleiben wird.

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KirchenBunt zu Gast in der Ev. Kgm. Duisburg-Wanheim. Foto: Katharina Würden-Templin

So scheinen auch außerhalb der Kirchenmauern immer mehr Menschen eine Schieflage wahrzunehmen: Gelder für die Arbeit an und mit Menschen werden gekürzt, während die finanziellen Aufwendungen für die Verwaltung steigen. So wird beim Personal eingespart. Aber dadurch fehlen den Kirchengemeinden Küster, Chorleiter, Organisten, Jugendleiter. Diese Arbeit muss durch Ehrenämter kompensiert werden, was jedoch viele Gemeinden nicht schaffen. Deshalb ist dann der Kirchenkreis gefordert, aber auch er ist mit diesen Problemen regelrecht überfordert.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass Angst die Leitungsgremien und -personen in der Kirche bestimmt: Angst vor dem Bedeutungsverlust der Kirche, Angst davor, dass die eigenen pessimistischen Prognosen wahr werden. Die Schuld für den Bedeutungsverlust wird Pfarrerinnen und Pfarrern und den Gemeinden angelastet. Darum strebt man an, die mittleren Ebenen zu stärken, einzelne Zentren zu „Leuchttürmen“ zu machen und sich aus der Fläche zurückzuziehen. Die mangelnde Präsenz an den Rändern wird dort verstärkt dazu führen, dass Menschen die Kirche verlassen.

Am Ende betonten Volk und Reinhold noch einmal die immer noch zentrale Stellung der Kirchengemeinden in der EKiR. Hier ist wieder mehr Selbstbewusstsein gefragt, um nicht alles hinzunehmen, was von Kirchenkreis und Landessynode vorgebracht wird. So setzte die Einladung für den 26. Oktober zum ersten KirchenBunt-Treffen nach gut zwei Stunden des regen und interessanten Austauschs den Schlusspunkt.

Übrigens: Wir sind gerne bereit, auch zu Ihnen zu kommen. Wenn Sie Interesse an einem Treffen haben, fragen Sie einfach an. Am einfachsten geht es über unser Kontaktformular.

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