Kirche an der Börse

Am 27. Juli hat der Journalist und Theologe Christof Fleischmann zusammen mit KirchenBunt im WDR 5 auf den „erweiterten Solidarpakt“ aufmerksam gemacht, der – an den Synoden vorbei – die Landeskirchen verpflichtet, ihre Pensionskassen finanziell aufzustocken. (Die Sendung kann man nachhören unter: http://www.wdr5.de/sendungen/diesseitsvoneden/finanzplanungderlandeskirchen100.html) Dass dies nicht nur massive Auswirkungen auf die Haushaltspolitik und die finanzielle Ausstattung der Gemeinden und Kirchenkreise hat, sondern die evangelische Kirche auch in ethischer Hinsicht in die Bredouille bringt, weist er nun in einem Feature des RBB nach.

Wenn ich davon ausgehe, dass ich Geld investieren will, dann bin ich Teil eines Finanzkapitalismus. Und genau dieser Finanzkapitalismus wurde nach einer Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen so kritisiert, dass gesagt worden ist: Die Kirchen wurden zu Komplizen des Finanzkapitalismus. Und das zeigt sich an der kapitalmarktgedeckten Finanzierung der Pensionen der Pfarrerinnen und Pfarrer. (…) Wir müssen neu die Solidarität lernen, eine Solidarität, die unsere Gesellschaft braucht. Die Kirchen sollten ein Zeichen für diese Solidarität geben, in dem sie den Irrweg einer Finanzierung der Pensionen über den Kapitalmarkt beenden und umkehren aus dieser Verquickung und Vernetzung mit dem Finanzmarktkapitalismus und die Solidarität im Sozialstaat stärken und die umlagefinanzierte Rente sichern für alle Beschäftigten: und damit sind die Kirchen und ihre Beschäftigten Teil einer Solidarität aller Beschäftigten in dieser Gesellschaft. (Franz Segbers, Sozialethiker)

Der Beitrag ist im Kulturradio nachzuhören unter:
http://www.kulturradio.de/programm/sendungen/140803/gott_und_die_welt_0904.html

Das Sendungsskript kann man auch nachlesen:
http://www.christoph-fleischmann.de/media/downloads/download_rbb_f_r_pfarrers_rente_spekulieren_999.pdf

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