Initiatoren

Dr. Hartmut Becks, Pfarrer

IFHartmut Becks ist Gemeindepfarrer in Alpen am Niederrhein. Nach dem Studium der Geschichte und Theologie Promotion in Bonn („Der Gottesdienst in der Erlebnisgesellschaft“), 12 Jahre Mitglied im Kreissynodalvorstand Moers, Notfallseelsorger, Dozent in der Diakonenausbildung des Neukirchener Erziehungsvereins (Homiletik).

Besonders interessiert ist er an historischen und soziologischen Fragestellungen. Seit dem Beginn der sog. ‚Prioritätendiskussion‘ in der Rheinischen Kirche im Jahr 2006 hat er sich vielfach kritisch mit den Reformvorhaben der kirchenleitenden Gremien auseinandergesetzt. In Podiumsdiskussionen, Veröffentlichungen und Buchbeiträgen warnt er immer wieder vor einer faktischen Erosion der bewährten presbyterial-synodalen Ordnung. Die verwaltungstechnischen und strukturellen Umbaumaßnahmen der letzten Jahre ergeben sich im Wesentlichen aus monitären Erfordernissen der beauftragten Unternehmensberater. Dies führt schließlich zu einem unverhältnismäßig starken Einzug von ökonomisiertem Denken in den Raum der Kirche, das das theologisch verankerte Prinzip der Subsidiarität des rheinischen Protestantismus zunehmend entkräftet. Die Tendenz der Kompetenzverlagerung von den Gemeinden weg hin zur kreiskirchlichen Ebene hält er aber besonders unter soziologischen Gesichtspunkten für einen elementaren Fehler. Die Autonomie der Basis und die damit verbundene Pluralität der Gemeinden war immer ein hohes Gut der rheinischen Kirche, das Identität und Demokratie ermöglichte. Die staatlich verliehenen Körperschaftsrechte der Kirchengemeinden dürfen darum auf keinen Fall durch fortwährende Veränderungen der Kirchenordnung ausgehöhlt werden. Zu diesem Thema wurden entsprechend Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

Literatur:
Kirche der Freiheit. Das zähe Ringen des niederrheinischen Protestantismus um das Subsidiaritätsprinzip„, in: Osterhage, W. (Hrsg.), Kirche der Zukunft – Kirche in der globalen Welt. Lembeck-Verlag, 2008, S. 87ff.

Andreas Reinhold, Unternehmer / Pastor i.E.

Andreas_ReinholdAndreas Reinhold beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit christlichen und kirchlichen Onlineangeboten und sucht Wege, das Internet als Kommunikationsplattform für den Verkündigungsdienst nutzbar zu machen. Initiierte Projekte sind u.a. eine Materialbörse für Gottesdienst, Liturgie und Predigt (kanzelgruss.de) sowie eine zeit- und mediumgemäße Form der Predigtvorbereitung (e-pistel.de).

Mit Veröffentlichung des Impulspapiers der EKD „Kirche der Freiheit“ im Jahre 2006 wächst seine Sorge um eine Kirche, die mehr und mehr unternehmerischen Denkmustern folgt und ihren Verkündigungs- und Seelsorgedienst unter der Maßgabe der Effizienz und Wirtschaftlichkeit betrachtet. Er kritisiert, dass bei den daraus resultierenden Umstrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre der Hinweis auf scheinbar finanzielle Engpässe eine inhaltliche Diskussion ersetzte. Damit aber wurde seines Erachtens die Theologie zur Magd des Marktes degradiert.

Mit der Initiative „KirchenBunt im Rheinland“ verbindet Andreas Reinhold die Hoffnung, dass das theologische und kirchengeschichtliche Erbe, wie es in der Barmer Theologischen Erklärung und in der presbyterial-synodalen Ordnung zum Ausdruck kommt, wieder in den Vordergrund rückt und damit die Orientierung an der Basis und die Vielfalt in der rheinischen Kirche bewahren hilft, die diese Landeskirche bisher geprägt und stark gemacht hat.

Hans-Jürgen Volk, Pfarrer

Hans-Juergen-VolkHans-Jürgen Volk ist Gemeindepfarrer der Kirchengemeinde Hilgenroth sowie Behindertenseelsorger im Kirchenkreis Altenkirchen. Seit über 12 Jahren ist er Vorsitzender des Finanzausschusses in seinem Kirchenkreis. Er ist besonders interessiert an ökonomischen und sozialethischen Fragestellungen. Darüber hinaus möchte er einen Beitrag dazu leisten, den seit 2005 verstärkt stattfindenden Umbauprozess der Kirche politisch einzuordnen.

Seine Kritik gilt einer Strategie, die sich vom Geld bestimmen lässt und die Belange der Menschen im Verantwortungsbereich der Kirche vernachlässigt. Insbesondere durch die für die Kirche tätigen Beratungsunternehmen sieht er die Ev. Kirche von einer neoliberalen Ideologie infiziert, die ihre Glaubwürdigkeit untergräbt und ihre Zukunft beschädigt. Hierbei kritisiert er den Umgang mit den eigenen Beschäftigten – vor allem nach dem von der rheinischen Kirche 2013 eingeleiteten verschärften Sparkurs.

Volk setzt sich ein für eine Kirche für die Menschen. Theologisch geboten wie zeitgemäß ist für ihn eine Kirche mit großen Gestaltungsmöglichkeiten der Verantwortungsträger vor Ort und einem Machtverzicht der höheren Leitungsebenen. Nur so kann nach seiner Ansicht die Kirche angemessen auf Herausforderung der Zeit wie auf die unterschiedlichen Situationen vor Ort reagieren. Der Ökonomisierung möchte er eine Humanisierung (konsequente Orientierung an den Menschen) entgegensetzen, was sich vor allem im Umgang mit den Beschäftigten der Kirche äußern muss.

Seit Mitte 2009 verantwortet Hans-Jürgen Volk die „Zwischenrufe zu Kirche und Gesellschaft“ und ist mitbeteiligt an den „Wort-Meldungen„, die seit März 2013 online sind.