IDEA: „Kirche verliert durch Reformen ihr Profil“ Das Online-Magazin IDEA berichtet über das Treffen der Gemeindebünde in Altenkirchen

„Die Bibel sieht die Gemeinden vor Ort als Basis der Kirche. Neue Gemeindeformen sind zwar möglich, dürfen aber die zentrale Stellung der Ortsgemeinden nicht untergraben. Diese Ansicht vertrat die Theologieprofessorin Gisela Kittel (Bielefeld) auf einer Tagung von vier Gemeindebünden am 18. und 19. September in Altenkirchen (Westerwald). Sie wenden sich gegen die Tendenz zu Zentralisierung, Hierarchisierung und Monetarisierung in den evangelischen Landeskirchen.

In ihrem Vortrag kritisierte Kittel, durch die aktuellen Reformprozesse entschärfe die evangelische Kirche ihr Profil als eine von „unten aufgebaute Institution“. An manchen Stellen habe sich ein autoritärer Stil durchgesetzt, der einer sich auf die zuvorkommende Liebe Christi berufenden Gemeinschaft widerspreche.“


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  1. Leider hat sowohl kirchenbunt wie idea, die einige Sätze aus kirchenbunt nur abschrieb, meine Ausführungen ziemlich falsch wiedergegeben. Ich habe folgende Berichtigung an idea geschickt, die ich auch hier öffentlich mache:
    „Mein Vortrag stand unter dem Thema: “Vor einem neuen Kampf um die Kirche?” Ich sagte, dass ich zur Marschrichtung des gegenwärtigen Reformprozesses, die man unter den Stichworten “Regionalisierung”, “Funktionalisierung” , “Zentralisierung” fassen kann, in meinem Vortrag gerade nicht Stellung beziehen würde, da die Zuhörer diese Entwicklung aus eigener leidvoller Erfahrung kennen würden. Ich wollte die theologischen Implikationen herausstellen, die der gegenwärtige Strukturumbau der evangelischen Kirche einschließt:
    1. Ein anderes Kirchenverständnis. Nach dem Neuen Testament und den Bekenntnissen der Reformatoren ist die “ekklesia” die Versammlung der Glaubenden, die sich je am konkreten Ort unter dem Wort Gottes versammeln, das Mahl miteinander feiern und in ihrem Zusammenleben zeigen, dass sie “Leib Jesu Christi” sind, der “Tempel des lebendigen Gottes”, das Haus Gottes, aus lebendigen Steinen erbaut, und dass sie allein ihrem Herrn Jesus Christus gehören. Von diesen Zeugnissen her müsse man eingestehen, dass die heutige evangelische Kirche, die sich vornehmlich als Großorganisation versteht, wieder dabei ist, in vorreformatorisches Denken zurückzufallen.
    2. Ein die biblische Offenbarung verharmlosendes Gottesverständnis. Was aus der biblischen Gottesrede gemacht werde, ist der milde lächelnde, all unsere Planungen absegnende gütige Gott-Vater, uns in allem verfügbar, und dem man “vertrauen” und so “das Leben gestalten” soll. Von Jesus Christus und seinem heiligenden Geist sei schon gar nicht mehr die Rede.
    3. Weil Gott, von dem in dieser Weise gesprochen wird, keine richtende und rettende Instanz mehr ist, daher habe auch sein Ruf und Auftrag keine wegweisende Bedeutung mehr. Es gehe eigentlich nur noch um die Frage, “wie wir eine gesellschaftlich relevante Kirche bleiben” können (Bischof Dröge); “was unsere Kirche in Zukunft wieder bemerkenswerter” mache (Impulspapier der ev.-ref. Kirche 2016); “dass die evangelische Kirche in der öffentlichen Wahrnehmung stark” sein möge (Kirche der Freiheit, S.85) etc.“

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