Hessen-Nassau: 13 Seiten Mängel bei Umstellung auf Doppik Antrag des Dekanats Wiesbaden konstatiert erhebliche Umstellungsprobleme und fordert Kirchenleitung zum Handeln auf

In der Drucksache 78/15 heißt es: „Die Dekanatssynode hat am 30.09.2015 in Wiesbaden bei 61 anwesenden von 82 stimmberechtigten Mitgliedern beschlossen: Mit nicht abnehmender Sorge  müssen wir feststellen, dass die »Anfangsprobleme« der Umstellung auf Doppik auch nach 10 Monaten mitnichten behoben sind. Die Regionalverwaltung Wiesbaden-Rheingau-Taunus hat eine 13 DIN A4-Seiten umfassende Aufstellung der Defizite, Unklarheiten und Regelungsbedarfe erstellt. Diese Aufstellung zeigt, dass auf der Basis von Doppik eine ordnungsgemäße Rechnungs- und Haushaltsführung zur Zeit nicht möglich ist.“

Es werden sodann folgende Mängel besonders hervorgehoben:

  • Fehlende Abbildung der Personalkosten
  • Nicht erstellbare Aufstellung der Rücklagen
  • Fehlende Buchungen von Einnahmen
  • Die fehlende Kassensicherheit

Die Kirchenleitung wird schließlich  aufgefordert, „diese Missstände umgehend abzustellen“.

Im „Vorblatt zum Entwurf eines Kirchengesetzes zur Verlängerung der Erprobung des kaufmännischen Rechnungswesens“ wird darüber hinaus auf eine Kostensteigerung hingewiesen:

Für die Einführung des kaufmännischen Rechnungswesens in der EKHN wird mit Mehrkosten von insge- samt 4,4 Mio. Euro gerechnet. Diese Mehrkosten sind nur zu einem geringen Teil durch die Verlängerung der Erprobungsphase bedingt und stehen überwiegend im Zusammenhang mit der Erweiterung und Neuaufstellung des Projektrahmens.

Anmerkung von Friedhelm Schneider von Wort-Meldungen zum bisherigen Verlauf der Doppik-Einführung in der EKHN:

Im Frühjahr 2013 beschloss die Synode der EKHN die Einführung der Doppik in der EKHN. Sie setzte dabei auf eine Softwarelösung, die zuvor in der EKiR deutliche Schwächen zeigte – um das vorsichtig auszudrücken, vgl. hier. Wir wissen nicht, in wieweit die jetzigen Kostensteigerungen mit diesem – voraussehbaren – Problem in Zusammenhang stehen. Hier fehlt es den Angaben der EKHN an Transparenz. Was aber interessiert ist ebenfalls die Höhe der Kostensteigerung. Bei einem Beschluss von ehemals 9 Mio. € wird jetzt eine Erhöhung um 4,4 Mio. € mitgeteilt. Das ist also eine Steigerung von 50%. Allerdings darf man – wie üblich – davon ausgehen, dass dieser Angabe keine Vollkostenrechnung zugrunde liegt. Die wahren Kosten und die tatsächliche Steigerung also noch höher anzusetzen ist! Aufgrund er genannten Umstände war das vorhersehbar.


→ Drucksache 78/15 ...
→ Vorblatt zum Entwurf eines Kirchengesetzes zur Verlängerung der Erprobung des kaufmännischen Rechnungswesens …
→ Artikel Wort-Meldungen …

 

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4 Beiträge
  1. Ich möchte Bezug nehmen auf eine Stellungnahme von Ulrich Schmitz bei Plädoyer für stabile Strukturen. Dort schreibt er: „Knieweiches Einknicken vor künstlich erzeugten betriebswirtschaftlichen Zwängen aber muss verhindert werden.“

    Die angeblich bessere Rechnungslegung bei dem Neuen Kirchlichen Finanzwesen ist ein Flop. Und zwar EKD-weit. Es wird nur niemand den Mut haben, dies in diesem Stadium des NKF auch zuzugeben.

    Da wird weiterhin gutes Geld schlechtem Geld hinterher geworfen.

    Bleibt zu hoffen, dass es weiterhin gallische Dörfer gibt, die dem Zentralisierungswahn der EKD und der Landeskirchen widerstehen.

    • Lieber Herr Niemeyer,
      gerade der letzte Absatz Ihres Beitrags gefällt mir gut.
      Aber, wieviel gallische Dörfer gibt es noch? In unserem Kirchenkreis gibt es nur noch ein einziges.
      Wo sind die anderen?
      Am vergangen Mittwoch besuchte uns Präses Manfred Rekowski. Wir freuten uns sehr, dass er unserer Einladung zu einer Presbyteriumssitzung gefolgt ist.
      Die Worte seiner Ansprache an die Gemeinde in einer Andacht vor unserer letzten Presbyteriumssitzung am vergangenen Mittwoch, klangen sehr hoffnungsvoll.
      Nach der Presbyteriumssitzung schienen sie mir verweht.
      Siehe auch den Artikel aus der Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom vergangenen Freitag, den 11.12.15:

      http://www.rp-online.de/nrw/staedte/rommerskirchen/praeses-rekowski-weckt-hoffnung-auf-freiraeume-aid-1.5623313

      • Lieber Herr Grubert,
        vielen Dank für den Hinweis auf den Zeitungsartikel. Gibt es auch von der Kirchengemeinde eine Einschätzung bzgl. des Gesprächs oder gar einen Bericht? Daran wären wir vom KirchenBunt natürlich sehr interessiert.

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