EKiR: Neue Töne aus dem Landeskirchenamt? In der neuen EKiR-Info gibt es manch erstaunlichen Satz zu lesen ...

In der Oktober-Ausgabe 2017 der Zeitschrift EKiR.info ist mancher Satz zu lesen, den Kritiker der Reformprozesse lange vermisst haben. So antwortet Oberkirchenrat Baucks auf die Frage, ob „als Folge synodaler Entscheidungen immer mehr Kirchensteuermittel an die höheren Ebenen der Kirche“ geflossen seien: „Kirchenleitung und Landessynode machen sich intensiv Gedanken zum Thema Kirchensteuerverteilung. Dabei sind Gerechtigkeit und Handlungsfähigkeit zentrale Kriterien. Um mehr Effizienz und Qualität zu erreichen, hat die rheinische Kirche in den vergangenen Jahren punktuell Aufgaben zentralisiert. Insgesamt sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Presbyterien dadurch auch kleiner geworden. Die Kirchenleitung setzt sich mit dieser Entwicklung derzeit kritisch auseinander. Das heißt, dass wir jetzt verstärkt darauf achten wollen, dass bei Entscheidungen die Veränderungen für die Handlungsspielräume von Gemeinden in den Blick genommen werden, mit dem Ziel, Raum für eigene Schwerpunkte zu erhalten oder auch vergrößern.“

Außerdem sickern erste Ideen der 2016 eingesetzten Arbeitsgruppe „Leichtes Gepäck“ durch, die Vorschläge zur Verschlankung von Verwaltung erarbeiten sollen. Erste Maßnahmen betreffen vor allem das NKF:

– Überarbeitung der Verordnung über das Kirchliche Finanzwesen (KF-VO) mit dem Ziel der Vereinfachung von Prozessen;
– Einführung einer anwenderfreundlicheren und ressourcensparenderen Finanzsoftware;
– Optimierung von Finanzverwaltungen auf Kirchenkreisebene;
– Vereinfachung von Prozessen innerhalb und zwischen den Ebenen.

Darüber hinaus gibt es scheinbar auch Verbesserungswürdiges bei der Kommunikation unter den Ebenen. Hier soll ein „Kulturwandel“ eingeleitet werden:

mehr Beratung, weniger Aufsicht; weniger Einschränkung und mehr Spielraum; klare Leitlinien statt Gesetze für ein flexibles Handeln vor Ort

Die neuen Töne lassen Rückschlüsse auf erhebliche Irritationen zu, die in der Folge der Reformprozesse (Stichworte: Zentralisierung, Hierarchisierung und Monetarisierung) in den Gemeinden vor Ort und an manch anderer Stelle entstanden sind.

Das leidige Thema „Trennscharfer Religionsmerker“ ist dagegen nicht vom Tisch, obwohl – wie in der Ausgabe zugegeben wird – er nicht eingeführt wird. So heißt es unter dem Stichwort „Finanzausgleich“:

Die Landessynode beschäftigte sich im Januar mit den Auswirkungen eines Trennscharfen Religionsmerkers für die Lohn- und Einkommensteuer auf die Verteilung der Kirchensteuer. Ein solches Instrument wird in absehbarer Zeit jedoch nicht eingeführt. Dies hat ein Gespräch der Kirchenleitung mit Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen staatlichen Stellen ergeben. Die Kirchenleitung hat die Arbeitsgruppe Finanzausgleich gebeten, dennoch weiter zu Fragen des Finanzausgleichssystems zu arbeiten.

Warum sich die Arbeitsgruppe mit diesem Thema beschäftigen soll, das doch gar keines ist, wird leider nicht gesagt …


→ EKiR.info Oktober 2017 …

Download PDF
Ein Beitrag
  1. An der Basis sollte man weiter Mut zu Aufruhr und Protest haben und dies auch nach oben weiterleiten, denn nur wenn die Basis ihre Unzufriedenheit zeigt und rebelliert, wird sich an der Spitze etwas regen und vielleicht ein Umdenken stattfinden. Reform von unten!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.