Eine Gemeinde redet Tacheles Im aktuellen Gemeindebrief der Ev. Kgm. Rheinberg werden Probleme mit NKF und der Verwaltungsstruktur benannt

Die Ev. Kgm. Rheinberg (Kirchenkreis Moers) ist in eine finanziell schwierige Lage geraten. Unter der Überschrift „Nichts wird so bleiben wie es ist“ werden in der aktuellen Ausgabe des Gemeindebriefes dafür drei Gründe („Knebel“) konkret benannt: 1. das Kinderbildungsgesetz des Landes NRW (KiBiz), 2. die Verwaltungsstrukturreform und 3. das Neue Kirchliche Finanzmanagement. Bitteres Fazit der Gemeinde: „Das Land NRW, die Landeskirche, der Kirchenkreis rauben den Gemeinden die finanzielle Luft zum Atmen“.

Im Artikel heißt es u.a. zum Thema Verwaltung:

Aus den ehemaligen drei unabhängigen Verwaltungsämtern Rheinhausen, Moers und Vluyn wird nun ein Verwaltungsamt im Kirchenkreis Moers. Das geht mit erheblichen Kostensteigerungen in den kommenden Jahren einher, ohne dass wir die Chance haben, gegen diese Kostensteigerung etwas zu unternehmen. Für das Jahr 2015 stehen deshalb für sämtliche Verwaltungsleistungen (incl. unseres Gemeindebüros) sage und schreibe 106.800 € zu Buche, wobei das längst noch nicht das Ende der Fahnenstange ist. Schon heute wissen wir, dass sich die Verwaltungskosten in den nächsten Jahren um ca. 10.000 € jährlich erhöhen werden.

Und zum Thema NKF ist zu lesen:

Was mit so edlen Idealen gestartet war, hat sich im Laufe der letzten Jahre zu einem nicht mehr zu durchschauenden, völlig überbürokratisierten, die Gemeinden in ihrer Existenz gefährdenden und die Mitarbeiter der Verwaltung an den Rand des Wahnsinns treibenden Moloch entwickelt. Das sogenannte „Neue kirchliche Finanzwesen“ hat praktisch über Nacht dazu geführt, dass unsere Kirchengemeinde aufgrund von Gebäudeabschreibungen und Zwangsrücklagen und Zwangspauschalen ein unglaubliches Defizit aufhäuft, obwohl sich an der sparsamen Ausgabepolitik und an der konkreten Arbeit vor Ort nichts geändert hat.

Das „NKF“ fördert tote Steine, und leblose Dinge und verhindert damit, dass wir den Aufgaben unserer Kirchengemeinde wie Verkündigung, Seelsorge, Unterricht und die Begleitung von Alten und Kindern nicht mehr sachgemäß nachgehen können. Rechnet man alle Abschreibungen und Rücklagen zusammen, so finden wir unter dem Strich eine Summe von gerade einmal 49.000 € an freien Mitteln vor, um alle unsere Aufgaben zu erfüllen – zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben.

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