Der nächste Schritt: Vereinsgründung! Am 15. März soll unsere Initiative in einen Verein überführt werden

Unsere Initiative soll in einen Verein
“KirchenBunt im Rheinland e.V.”
überführt werden.
Wir laden alle herzlich zur Gründungsversammlung
am 15. März um 17.00 Uhr
in die Ev. Kgm. Rommerskirchen ein.
Den Aufruf zur Vereinsgründung, eine Anfahrtsbeschreibung sowie ein Brief an Presbyterien finden Sie im Download-Bereich.

Analyse

Spätestens seit dem Jahre 2006 und der Veröffentlichung des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ verfolgt auch unsere Evangelische Kirche im Rheinland einen kirchenpolitischen Kurs, den wir mit zunehmender Sorge kritisch begleiten. Mit unserer Initiative „KirchenBunt im Rheinland“ haben wir versucht, Finger in die Wunden zu legen und alternative Standpunkte zu den Umbauprozessen der vergangenen Jahre zu bieten. Dabei war es uns wichtig, über den offiziellen Veröffentlichungen und Verlautbarungen hinaus auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, die unsere Kirche mehr und mehr zu einem Wirtschaftskonzern umformen, in dem finanzielle Aspekte die theologische Kernaufgabe überlagern und strukturelle Veränderungen den Gestaltungsrahmen an der Basis erschweren. Wir spüren den Unmut über Projekte, die materielle und personelle Ressourcen z.B. im Verwaltungsapparat binden, die dann für die seelsorgerische und missionarische Arbeit an den Menschen vor Ort fehlen. Dieser Prozess des Umbaus – von Reform kann man bei der Tragweite der Veränderungen nicht mehr sprechen – wird seit Jahren mit pessimistischen Prognosen zur Mitgliederentwicklung und zum Kirchensteueraufkommen begründet, die sich im Rückblick als schlichtweg falsch erwiesen haben. Dennoch hält man unbeirrt an dem eingeschlagenen Weg fest, eine notwendige kritische Analyse und geistliche Besinnung findet so gut wie nicht statt, entsprechende Forderungen z.B. seitens des Pfarrvereins werden schlichtweg ignoriert.

Schlussfolgerungen

U.E. wird dieser Kurs auf Gemeindeebene und in den unterschiedlichen Einrichtungen und Werken in Zukunft den Dienst am Menschen erheblich erschweren und den Mitgliederverlust an der Basis, dem man entgegenwirken sollte, weiter beschleunigen. Nicht zuletzt die überdimensionierten Sparbeschlüsse zur Haushaltskonsolidierung auf der Landessynode 2015, die trotz erheblicher Bedenken von Mitarbeitenden der betroffenen Einrichtungen und Werken und guter finanzieller Ausgangslage substantiell nicht korrigiert wurden, werden eine entsprechende negative Wirkung entfalten. Eine finanzpolitische Schieflage ist jedoch endgültig daran zu erkennen, dass die Budgets im Verwaltungsbereich auf Kirchenkreis- und Landeskirchenebene aufgestockt werden, während z.B. für die Arbeit der Kirchengemeinden vor Ort immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dabei zeigen jüngste Untersuchungen wie die 5. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, dass die Bindung an die Kirche eben nicht durch diese übergeordneten Ebenen geleistet, sondern durch persönliche Begegnungen in den Ortsgemeinden und in den Einrichtungen und Werken garantiert wird. Hier gilt: Je übersichtlicher, persönlicher und näher am Menschen Kirche auftritt, desto attraktiver und überzeugender wird sie wahrgenommen.

Ziele

Da abzusehen ist, dass der bisherige kirchenpolitische Kurs von der EKiR/EKD beibehalten wird und auch zukünftig kostspielige und strukturverändernde Maßnahmen ohne Beteiligung der ersten Ebene verordnet werden (letztes Beispiel: IT-Konzept), rufen wir zur Gründung des Vereins „KirchenBunt im Rheinland“ auf, mit dem wir uns für eine Stärkung der Basis und damit des Dienstes am Menschen, wie er uns durch Jesus Christus in Auftrag gegeben ist, einsetzen wollen. Wir sind davon überzeugt, dass den anstehenden Herausforderungen, denen sich unsere Kirche stellen muss, nur mit einer Intensivierung und Förderung der Arbeit in der Fläche und vor Ort und nicht durch Fusions- und Zentralisierungsprozesse zu begegnen ist. Darum hat für uns auch die finanzielle und personelle Ausstattung dieser Arbeit Vorrang vor fragwürdigen Investitionen in Verwaltung und Prestigeprojekte, deren effektiver Nutzen die Kosten in keiner Weise rechtfertigen. Die Entscheidungskompetenz für die kirchliche Arbeit muss deshalb dort verortet werden, wo das Kirchesein für andere am sichtbarsten und effektivsten Wirkung zeigt: in den Leitungsorganen der Gemeinden. Dagegen sollten Kirchenkreise von Aufgaben entlastet werden, die in den Verantwortungsbereich der Kirchengemeinden gehören, um ihren subsidiären – d.h. unterstützenden und nicht bevormundenden – Dienst stärker zu profilieren. Dies entspricht auch dem ursprünglichen Anliegen unserer Kirchenordnung, die mit der presbyterial-synodalen Ordnung eine von unten aufgebaute Kirche bewahren soll.

Ein/Der Verein „KirchenBunt im Rheinland“ setzt sich für diese Ziele ein, indem er:

  • ein unabhängiges Netzwerk der kirchlichen Basis schafft, das dem voneinander Lernen und Profitieren dient und damit die Arbeit vor Ort durch Austausch von Erfahrungen und Begabungen bereichert
  • die Solidarität unter den von den Spar- und Umbauprozessen Betroffenen stärkt und ihren Anliegen deutlicher Gehör innerhalb und außerhalb der Kirche verschafft
  • ein den landeskirchlichen Medien alternatives Presseorgan schafft und damit einen transparenten und differenzierten Informationsfluss bis in alle Ebenen hinein fördert, um damit die Teilhabe der Basis an gesamtkirchlichen Entwicklungen zu vergrößern
  • den offenen, konstruktiv-kritischen Dialog mit allen Leitungsorganen aller Ebenen sucht, insbesondere mit der Kirchenleitung und den Synodalen der EKiR
  • der Theologie und dem Dienst am Menschen wieder einen normativen Stellenwert einräumt und sie im Sinne des „Wormser Wortes“ von ökonomischer Bevormundung befreit
  • eine Diskussionskultur etabliert, die diesen Namen auch verdient und in der Vielfalt gerade die Stärke unserer Landeskirche sieht und nicht ein zu beseitigendes Übel
  • die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen (z.B. Ev. Pfarrverein im Rheinland, Wort-Meldungen) und Gemeindebünden sucht, wie sie z.B. in Bayern (Aufbruch Gemeinde), in der Nordkirche (Gemeinde im Aufwind) oder in Brandenburg-schlesiche Oberlausitz (Gemeindebund) bereits existieren, um gemeinsame Interessen gemeinsam zu vertreten

Wir laden alle ein, sich an dieser spannenden Aufgabe im „KirchenBunt im Rheinland“ zu beteiligen.

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