Dekanat auf Abwegen?!

Der fragwürdige Reformprozess in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist kein Einzelfall. Auch in anderen Landeskirchen gärt es, weil sich in den Gemeinden immer mehr der Eindruck festigt, dass über ihre Leitungen hinweg Entscheidungen getroffen werden, die sie nicht mittragen wollen. Jüngstes Beispiel ist die Synode des Evangelischen Dekanats Alsfeld in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Das sollte in absehbarer Zeit mit dem benachbarten Dekanat Vogelsberg fusionieren. Doch die Synodalen haben dem nun widersprochen und wollen ihre Interessen nötigenfalls mit einer Klage vor dem Kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgericht durchsetzen.

Die Begründung des Antrags der beiden Kirchengemeinden Eifa und Altenburg ist bezeichnend und entlarvend: Sie seien zu der geplanten Fusion schlichtweg nicht gefragt worden, was jedoch nach geltender Dekanatssynodalordnung hätte passieren müssen! Die im Anschluss an eine sehr lebhafte Diskussion durchgeführte geheime Abstimmung ergab dann eine Mehrheit gegen die Fusion. Da konnte selbst der geschickte Versuch des Dekans Jürgen Sauer nicht mehr helfen, das bereits verabschiedete Gesetz doch noch zu retten. Er hatte vorgeschlagen, „den Unmut über den Fusionsprozess in einem Brief an Kirchenleitung und Kirchensynodalvorstand auszudrücken und auf den Klageweg zu verzichten, weil er juristisch aussichtslos sei und die Verhandlungsposition des Dekanats verschlechtern würde.“ (Quelle: Oberhessische Zeitung) Doch auf diesen Ablenkungsversuch ließen sich die Synodalen nun nicht mehr ein.

In diesem Zusammenhang ist auch eine andere Diskussion, die auf dieser Synode geführt wurde, interessant. Kritisiert wurde der träge Informationsfluss seitens der Kirchenleitung. Und beschlossen wurde eine kritisch begleitete Live-Berichterstattung von der Synode via facebook. Ob dieser unbequeme Beschluss von der Dekanatsleitung auch umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

→ zum Artikel zur Synode in der Oberhessischen Zeitung lesen

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