Landessynode: Kehrtwende im Rheinland Eröffnet das neue Erprobungsgesetz den Kirchengemeinden neue Handlungsspielräume? Manfred Alberti über mögliche Konsequenzen.

Viele rheinische Gemeinden klagen seit Jahren über die Lasten, die ihnen durch die massiv ausgeweitete Macht und Kosten der Kirchenkreisverwaltung und die Entmachtung der Presbyterien und der Gemeindeebene entstanden sind. Nun haben Kirchenleitung und Landessynode auf der Landessynode 2018 mit dem „Erprobungsgesetz“ eine Notbremse gezogen: Gemeinden und Kirchenkreise können bei fast allen kirchlichen Rechtsvorschriften einschließlich der Kirchenordnung in den nächsten fünf Jahren die Initiative ergreifen, Neuerungen mit jeweiliger Genehmigung der Kirchenleitung auszuprobieren. Den zunehmend ihrer Verantwortung beraubten Gemeinden wird damit wieder die Möglichkeit eingeräumt, kirchen- und gemeindegestaltend aktiv zu werden. Die Basis kann wieder Gemeindearbeit so strukturieren, wie es für ihre individuelle Gemeinde gut ist. Artikel lesen

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Landessynode: „Leichtes Gepäck“ für wen? Die Kirchenkreisverwaltung als Zentrum der Kirche. Manfred Alberti analysiert im Vorfeld der Landessynode die Vorschläge der Arbeitsgruppe „Leichtes Gepäck“.

Die Machtverschiebung zugunsten der mittleren Ebene des Kirchenkreises und seiner Verwaltung nimmt leider kein Ende. Nachdem die Gemeinden nahezu alle Macht und Verantwortung an die Verwaltung der Kirchenkreise abgeben mussten, möchte die Arbeitsgruppe „Leichtes Gepäck“ nun die Aufsicht für die Gemeindeebene ganz von der Landeskirche auf die Kirchenkreisebene verlagern und die landeskirchliche Aufsicht über die Kirchenkreise selbst auf Stichproben bei risikoträchtigen Sachverhalten beschränken (Drucksache 32, Anlage 3.4 S. 40; Anlage 8 A 1 S. 60). Die Kirchenkreisebene, besonders die Verwaltungsleitung, wird damit zur machtvollsten Institution der EKiR und unterliegt selbst kaum einer Kontrolle. Artikel lesen

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EKiR: Neue Töne aus dem Landeskirchenamt? In der neuen EKiR-Info gibt es manch erstaunlichen Satz zu lesen ...

In der Oktober-Ausgabe 2017 der Zeitschrift EKiR.info ist mancher Satz zu lesen, den Kritiker der Reformprozesse lange vermisst haben. So antwortet Oberkirchenrat Baucks auf die Frage, ob „als Folge synodaler Entscheidungen immer mehr Kirchensteuermittel an die höheren Ebenen der Kirche“ geflossen seien: „Kirchenleitung und Landessynode machen sich intensiv Gedanken zum Thema Kirchensteuerverteilung. Dabei sind Gerechtigkeit und Handlungsfähigkeit zentrale Kriterien. Um mehr Effizienz und Qualität zu erreichen, hat die rheinische Kirche in den vergangenen Jahren punktuell Aufgaben zentralisiert. Insgesamt sind die Gestaltungsmöglichkeiten der Presbyterien dadurch auch kleiner geworden. Die Kirchenleitung setzt sich mit dieser Entwicklung derzeit kritisch auseinander. Das heißt, dass wir jetzt verstärkt darauf achten wollen, dass bei Entscheidungen die Veränderungen für die Handlungsspielräume von Gemeinden in den Blick genommen werden, mit dem Ziel, Raum für eigene Schwerpunkte zu erhalten oder auch vergrößern.“ Artikel lesen

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Verwaltungsstrukturreform: „Arbeitsverdichtung“ in den Gemeindeämtern Eingeschränkte Öffnungszeiten macht nicht nur den Gemeindegliedern zu schaffen!

RGA / Radevormwald: „„Wir haben im Gemeindeamt eine deutliche Arbeitsverdichtung festgestellt“, sagt Pfarrerin Manuela Melzer von der lutherischen Gemeinde. „Es ist stressiger geworden.“ Denn Sabine Schneider, Ansprechpartnerin im Gemeindeamt an der Andreasstraße, ist montags im Hause und dann erst wieder donnerstags. „An diesen Tagen wird sie von allen Seiten in Anspruch genommen“, beschreibt Melzer. „Nicht nur von Gemeindegliedern, sondern auch von uns Hauptamtlichen.““ Artikel lesen

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Kirchengemeinden: Körperschaftstatus bewahren! In seiner Übersicht verdeutlicht Dr. Hartmut Becks, warum es wichtig ist, den Körperschaftsstatus der Kirchengemeinden nicht anzutasten!

Die rheinischen Kirchengemeinden besitzen den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR). Eher beiläufig formulierte Bemerkungen aus den Reihen der Kirchenleitung lassen vermuten, dass im Landeskirchenamt mehr oder weniger offen darüber diskutiert wird, ihnen diesen Status streitig zu machen. Schon jetzt gibt es Anzeichen dafür, dass schleichend und in kleinen Schritten  die Voraussetzungen geschaffen werden, die Körperschaftsrechte der Kirchengemeinden soweit zu beschneiden, dass ein entsprechender Status obsolet wird. Dies birgt jedoch eine große Gefahr für ihre Eigenständigkeit, ja mehr noch: es wäre ein Paradigmenwechsel im Aufbau der EKiR. Welche Konsequenzen mit dem Verlust des Körperschaftsstatus einhergehen, macht folgende Übersicht deutlich. Artikel lesen

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EKiR: Auswahlverfahren fragwürdig! Traugott Schall übt Kritik am zentralen Auswahlverfahren der Evangelischen Kirche im Rheinland - fachpsychologische Analyse und Korrektur notwendig

Auch die Evangelische Kirche im Rheinland beklagt einen zunehmenden Pfarrermangel. Umso erstaunlicher ist es, dass neben den beiden Examina und dem Vikariat ein weiteres, zentrales Auswahlverfahren etabliert wurde und damit für Theologen eine zusätzliche Hürde zur Wahl in eine Pfarrstelle existiert. Der Diplom-Psychologe und Pfarrer i.R. Dr. theol. Traugott Schall unterwirft dieses Verfahren im aktuellen Pfarrerblatt einer kritischen Betrachtung. Artikel lesen

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EKiR-NKF: Schrecken ohne Ende Finanzbericht 2017: Probleme mit Rechnungsabschlüssen. Personalstand reicht nicht.

In seinem Finanzbericht vor der gerade zu Ende gegangenen Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland ist Oberkirchenrat Bernd Baucks auch auf das immer noch vorhandene Problem der fehlenden Haushaltsabschlüsse eingegangen. Er stellt fest: „flächendeckend besteht das Problem fort bzw. wird über den Zeitablauf größer.“ Artikel lesen

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Sparmaßnahmen als Druckmittel Hans-Jürgen Volk sieht hinter den Sparprogrammen der EKiR, an denen trotz Mehreinnahmen festgehalten wird, eine Strategie, Strukturveränderungen durchzusetzen.

„Im Rahmen der Sondersynode von Hilden entwickelte Manfred Rekowski das Bild von einer „Kirche mit leichtem Gepäck“. Ein enormer Finanzalarmismus veranlasste die Synode dazu, ein drastisches Sparprogramm zu beschließen. Basis der den Beschlüssen zu Grunde liegenden Berechnungen war ein Netto-Kirchensteueraufkommen von 575,4 Mio. € sowie ein strukturelles Defizit im landeskirchlichen Haushalt von ca. 8. Mio. €. Ausgelöst wurde der schon damals nicht plausible Finanzalarmismus durch die nach den EKD-Vorgaben des sog. „erweiterten Solidarpakts“ zu geringe Ausfinanzierung zukünftiger Versorgungs- und Beihilfeansprüche. Mittlerweile hat sich die Einnahmesituation der EKiR derart verbessert, dass den damaligen Beschlüssen jegliche sachliche Grundlage entzogen ist.“ Artikel lesen

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EKiR-Synode – Wohin mit der Ortsgemeinde? Komplexe Themen stehen auf der Tagungsordnung, mit denen sich die Synodalen befassen müssen.

Vom 8. bis zum 13. Januar tagt die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland traditionell in Bad Neuenahr. Manche der zu diskutierenden Themen bieten eine Menge kirchenpolitischen Sprengstoff, dafür werden aktuelle Probleme ausgeklammert. Bei der Komplexität wesentlicher Fragen könnte deren Zusammenhang und die daraus resultierenden Konsequenzen außer acht geraten. Eine Problemanzeige mit vielen Fragezeichen: Artikel lesen

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Die mündige Gemeinde – eine protestantische Zeitung Die Ev. Gemeindebünde starten mit einem eigenen Pressemedium.

Am 18. und 19. September 2016 trafen sich zum ersten Mal die Gemeindebünde der vier Landeskirchen Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Nordkirche, Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern und Evangelische Kirche im Rheinland in der evangelischen Landjugendakademie zu Altenkirchen (wir berichteten) U.a. wurde der Wunsch nach einem basisorientierten Presseorgan geäußert, das sich kritisch mit den Reformprozessen innerhalb der EKD auseinandersetzt und eine alternative Berichterstattung zu den etablierten Kirchenzeitungen
bieten soll. Artikel lesen

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