Rückzug von der Bühne

Hans-Jürgen Volk kommentiert das vorzeitige Ausscheiden von Nikolaus Schneider als Ratsvorsitzender der EKD:

Nikolaus Schneider möchte sich zurückziehen von seinem Amt als Ratsvorsitzender der EKD. Die Gründe hierfür sind nachvollziehbar und haben Respekt verdient: Ausschlaggebend ist die plötzlich diagnostizierte Krebserkrankung seiner Frau. Joachim Frank hat in seinem einfühlsamen Beitrag „Rücktritt eines Brückenbauers“ Worte gefunden, die der Person gerecht werden. Seine Kommentierung ist jedoch ergänzungsbedürftig, weil die Bilanz, die Schneider als prominente Persönlichkeit der EKD hinterlässt, keineswegs uneingeschränkt positiv ist. Dies ist normal und menschlich. Um unserer Kirche willen sollten die problematischen Aspekte von Schneiders Amtsführung nicht unerwähnt bleiben. Artikel lesen

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Moltmann für Stärkung der Autonomie von Gemeinden

Bei einem Studientag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern beklagte Theologieprofessor Jürgen Moltmann (Tübingen) den Einzug ökonomistischen Denkens in die Kirche. Wer nur danach frage, wie Kirche effizienter gestaltet werden könne, der „entmündigt die aktiven Brüder und Schwestern in den Gemeinden“. Stattdessen müsse die Autonomie der Gemeinden gestärkt werden … Artikel lesen

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Lyrik für die Sonntagsreden

Zum 80. Jahrestag erfreut sich die dritte These, in der die Kirche vorgestellt wird als „die Gemeinde von Brüdern, in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt“, besonderer Aufmerksamkeit. Diese Gemeinde habe mit ihrem Glauben, ihrem Gehorsam, ihrer Botschaft und mit ihrer Ordnung mitten in der Welt der Sünde als Kirche der begnadigten Sünder zu bezeugen, dass „sie allein sein Eigentum ist“. Die Frage stellt sich, ob es irgendeinen Anhaltspunkt in den aktuellen Debatten für die Gültigkeit dieses Kirchenverständnisses gibt. Irgendwie erscheint diese These im Blick auf die gegenwärtige „Kirche im Reformstress“ (Isolde Karle) nur noch als theologische Lyrik für die Sonntagsreden.

Die gegenwärtige Richtung, so sagen die Kritiker, werde eher durch den Verwerfungssatz der dritten These beschrieben: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“ Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Kirche nicht nur durch ihre Botschaft, sondern auch durch ihre Ordnung das Evangelium Jesu Christi bezeugt. Für die Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus war das unmittelbar einleuchtend. Ein Pfarrer, der Teil des nationalsozialistischen Machtapparates ist, kann nicht glaubwürdig über die in Christus geschenkte Freiheit predigen. Artikel lesen

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„Die christliche Kirche ist die Gemeinde…“ (Barmen III)

Das Impulspapier der EKD und das evangelische Kirchenverständnis.

Das Hauptgewicht meiner Kritik bezieht sich auf eine Reformstrategie, mit der die EKD Zukunftschancen der Kirche dadurch zu sichern versucht, dass sie gesellschaftliche Entwicklungen innerkirchlich kopiert. Wenn die Kirche die Gesellschaft abbildet, säkularisiert sie sich selbst. Wolfgang Huber hat bestritten, dass sich das Impulspapier an gesellschaflichen Prozessen orientiere. Thies Gundlach hat dies ausdrücklich bestätigt: „Die Intentionen des Impulspapiers gingen gerade dahin, die Evangelische Kirche zu einer an den Erfordernissen gesamtgesellschaftlicher Prozesse orientierte einladende und Pluralität abbildende Kirche zu gestalten…“ Das ist geradezu die Definition eines kirchlichen Selbstsäkularisierungprogramms. (…)

Darum sind fast alle der im Impulspapier vorgeschlagenen Lösungswege geeignet, „die Krise des deutschen Protestantismus nicht zu beheben, sondern dramatisch zu vertiefen und den Mitgliederschwund wie auch den Rückgang der Finanzmittel zu beschleunigen.“

→ die komplette Analyse Prof. Dr. Eberhard L. J. Mechels lesen

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EKD sammelt die mittlere Ebene

80 Jahre ist es in diesen Tagen her, dass die Barmer Theologische Erklärung das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Für die Evangelische Kirche ist das der grundlegende Text ihres Kircheseins im 20. und anbrechenden 21. Jahrhundert, weil sie neben der klaren Ausrichtung an Jesus Christus, weil sie über Zuspruch und Anspruch Gottes an uns auch etwas sagt zur Gestalt der Kirche und zu ihrem Leben in der säkularen Welt.
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Die mündige Gemeinde 2

Der Gemeindebund in der EKBO gibt die zweite Ausgabe seiner Zeitung „Die mündige Gemeinde – eine protestantische Zeitung“ heraus. Die Verantwortlichen wollen damit auch in dieser Form einen Kontrapunkt in der mittlerweile öden evangelischen Medienlandschaft setzen.
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