Bedford-Strohm spricht sich gegen erzwungene Gemeindefusionen aus In seinem Bericht zur Landessynode der Bayerischen Landeskirche hebt der Landesbischof die Bedeutung der Ortsgemeinde hervor

„Die Ortsgemeinde ist und bleibt für mich der zentrale Bezugspunkt. Auch Menschen, die vielleicht nie dort auftauchen, sind – das wage ich zu behaupten – dankbar dafür, dass es sie gibt. Vielleicht sind es an manchen Orten nur wenige Menschen, die in den Kirchen die Gottesdienste feiern. Aber sie tun dies auch stellvertretend für viele andere, die dankbar dafür sind, dass in den Kirchen gebetet, gesungen und gepredigt wird, auch wenn sie selbst nicht hingehen. Dass es den Gemeindepfarrer oder die Gemeindepfarrerin gibt, ist ihnen wichtig, selbst wenn sie wenig Kontakt mit ihm oder ihr haben.“

Noch eine besondere Stärke der Ortsgemeinde will ich hervorheben: In der Ortsgemeinde besteht jedenfalls die Möglichkeit, dass gerade die Verschiedenen zusammenkommen. Diese Möglichkeit wirklich zu nutzen und einladende Gemeinde für ganz unterschiedliche Menschen zu werden, das ist nun allerdings eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft. Als Kirche sind wir längst nicht mehr einfach nur die einheimische deutsche Gemeinde. Etwa 10% der Kirchenmitglieder sind nicht in Deutschland geboren, insgesamt kommen unsere Kirchenmitglieder inzwischen aus 166 Nationen. In vielen Gemeinden sind in den letzten Monaten Flüchtlinge aufgenommen worden. Manche von ihnen lassen sich taufen. Sie erleben hier die Liebe Gottes und bringen ihre Freude darüber auch deutlich zum Ausdruck, wenn sie den Gottesdienst besuchen und Teil unserer Gemeinschaft sind.

Wo die Zusammenarbeit zwischen Gemeinden gelingt, braucht es keine Zusammenlegung. Für mich hat die Kooperation den Vorrang vor der Fusion. Wo Gemeinden gut zusammenarbeiten und mehr und mehr zusammenwachsen, vielleicht einander ans Herz wachsen, kann daraus auch organisatorisch eine Gemeinde werden. Aber selbstbestimmt, nicht von oben verordnet.

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