Kirche von unten … Im aktuellen Pfarrerblatt beschäftigen sich gleich mehrere Artikel mit der Struktur der Kirche

Dr. Gisela Kittel kritisiert die aktuellen Reformprozesse in den evangelischen Landeskirchen, die auf einem Missverständnis beruhen: „ecclesia semper reformanda“ meine nicht die Anpassung an gesellschaftliche Maßstäbe, sondern fordere dazu auf, sich zurück in die Form bringen zu lassen, die Jesus entspricht. Kirche dürfe nicht „außengeleitet“ sein. „Nicht, »was Gottes Wille ist« (Röm. 12,2), scheint im Vordergrund der Überlegungen und Planungen zu stehen, sondern wie sie sich selbst zu einer öffentlichen Größe formen kann, die gesellschaftliche Anerkennung, öffentliche Wahrnehmung und Bedeutung erlangt und so ihre Zukunft sichert.“ Dr. Ralf Kötter geht dem reformatorischen Kirchenverständnis nach und formuliert sechs Thesen, den scheinbar garstigen Graben zwischen reformatorischer Theologie und den modernen Herausforderungen in Theologie und Kirche zu überbrücken. Dabei stellt er fest: „Reformatorische Kirche gestaltet sich notwendig subsidiär, »von unten«, aus der besonderen Herausforderung des jeweiligen Raumes heraus.“ Artikel lesen

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Sachsen: Ehemaliger Pfarrer der Thomaskirche in Leipzig äußert scharfe Kritik am Reformkurs Christian Wolf beklagt in seinem Blog-Beitrag im Hinblick auf die Synode die autoritären Leitungsstrukturen in seiner Landeskirche

„Seit über zwei Jahrzehnten hangelt sich die Landeskirche von Strukturreform zur Strukturreform. Sie waren von Zahlen, Finanzen und Personalkürzungen bestimmt, nicht aber von der entscheidenden Frage: Wie können wir eine größtmögliche Menschennähe und missionarische Kraft erreichen – die tragenden Elemente des Wirkens Jesu? Darum konnte sich kein Erfolg einstellen. Wie auch, wenn kirchenleitendes Handeln jede biblisch-theologische Perspektive vermissen lässt und der Hybris erliegt, Entwicklungen für Jahrzehnte festschreiben zu können.“ Artikel lesen

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Bistum Trier: Auch hier regt sich Widerstand Interessengemeinschaft „Kirchengemeinde vor Ort“ lädt zu einem Info-Abend ein

Ein Blick über den evangelischen Tellerrand zeigt: Auch in der katholischen Kirche formiert sich inzwischen Widerstand gegen ausufernde Strukturreformen. Im Bistum Trier hat sich eine Interessengemeinschaft „Kirchengemeinde vor Ort“ gegründet, die Gegner des Umbaus zusammenführen will. Geplant ist eine Fusion der bisher mehr als 800 Einzelpfarreien zu 35 Großpfarreien. Artikel lesen

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Sachsen: Initiative „Zurück auf Los“ fordert Korrekturen an der Strukturreform der Landeskirche Initiative von Pfarrern, Kirchenvorstehern und engagierten Gemeindegliedern veröffentlich Eingabe an die Landessynode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

Die Initiative „Zurück auf Los“ bittet die Synode ihrer Landeskirche, die Gesetzesvorlagen zur Strukturreform zu ändern. Dabei soll u.a. auch die angestrebte Regionalisierung nicht – wie vorgesehen – in die Kirchenordnung aufgenommen werden. Weitere Forderungen sind u.a.: „ein Höchstmaß an finanzieller Eigenverantwortung in Ausgaben und Einnahmen“ der Kirchengemeinden, Rückverselbständigung von Kirchengemeinden die sich zum Kirchspiel oder zur Fusion drängen ließen, „um die Chance auf die Besetzung der Pfarrstelle zu erhöhen“ und die Möglichkeit, „alternativ zu landeskirchlichen Finanzierungen eigenständige Lösungen aus Stiftungsmitteln, Spenden, Pachten, etc. zu finden“. Artikel lesen

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Mit dem Strom – Ev. Kirche auf Anpassungskurs Hans-Jürgen Volk geht in seinem Artikel "Kirche in Zeiten des Rechtspopulismus" dem Problem des gesellschaftlichen Anpassungskurses der evangelischen Kirche nach.

„Spätestens seit zwei Jahrzehnten haben wir es mit einer evangelischen Kirche zu tun, die sich weitaus mehr von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflussen ließ, als das sie selbst, kritisch, konstruktiv oder korrigierend, in den öffentlichen Diskurs eingegriffen hätte. Exemplarisch waren für die evangelische Kirche Entwicklungen im säkularen Umfeld, die man auf der Leitungsebene der Kirche bereitwillig übernahm. Damit wurde die von Barth im Gefolge von Barmen geforderte Bewegung in ihr Gegenteil verkehrt und der Gesellschaft der Dienst einer öffentlichen Theologie versagt, die sich selbst durch das überzeugende, mitunter auch nur zeichenhafte Beispiel kirchlichen Seins und Handelns bezeugt.“ Artikel lesen

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