Evangelische Kirche 2017: vorreformatorische Verhältnisse Vortrag in der Martini-Kirche (Kirchenkreis Siegen) zum Reformationsfest am 31.10.2015 von Prof. i.R. Dr. Gisela Kittel, Detmold

In ihrem Vortrag „Das Erbe der Reformation und heutige Entwicklungen in den Evangelischen Kirchen“ im Kirchenkreis Siegen analysiert Prof. i.R. Dr. Gisela Kittel zusammenfassend die Situation in der Evangelischen Kirche, wie sie sich ein Jahr vor dem Reformationsjubiläum 2017 darstellt: „Für Luther, der das Wort »Kirche« kaum in den Mund nahm und lieber von der Christengemeinde sprach (vgl. EG 341), wie auch für Calvin war die Kirche die »Gemeinschaft der Heiligen«, das christliche Volk, das sich um Gottes Wort und die Zeichen dieses Wortes, die Sakramente, ganz konkret versammelt. Die Kirche der Strukturreformen bzw. des kirchlichen Umbaus zielt dagegen auf eine andere Kirche. Es ist eine Kirche, die sich – ähnlich der in vorreformatorischer Zeit – vornehmlich als Institution, als Verwaltungsapparat versteht, durchorganisiert von den leitenden Gremien her bis hinab in die Gemeinden auf der untersten Ebene, die sich den beschlossenen neuen Verwaltungsstrukturen und Finanzrichtlinien widerstandslos zu fügen haben.“

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Hannover: Kritik an Gehaltszulage für Superintendenten Pastorenausschus befürchtet eine Hierarchisierung innerhalb der Dienstgemeinschaft der Ordinierten

Im November 2015 hatte die Synodaltagung der Hannoverschen Landeskirche – trotz Einwände des Finanzausschusses – eine Zulage für Superintendenten beschlossen, die einer Gehaltsherhöhung auf A16 entspricht. Im Vorfeld wurde diese Anpassung vor dem Hintergrund diskuiert, dass Superintendenten nicht weniger verdienen dürften als die Amtsleiter, deren Stelle inzwischen mit A15 dotiert sind (wir berichteten). Auf der Synode wurde die Zulage mit dem erhöhten Arbeitsaufwand begründet – was nach Ansicht des Pastorenausschusses aber für alle kirchlichen Dienstnehmergruppen gilt. Das daraus resultierende Ungleichgewicht zwischen Pfarrern und Superintendenten befördere eine Hierarchisierung innerhalb der Dienstgemeinschaft der Ordinierten. Artikel lesen

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NKF: Oberkirchenrat der EKD gegenüber Doppik skeptisch Neu gewählter Präsident der Schaumburg-Lippischen Landeskirche steht eher für die Kameralistik

Die Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe hat auf ihrer Tagung am 20. Februar den Juristen Christian Frehrking zum neuen Präsidenten gewählt. Bei seiner Vorstellungsrede übte er indirekt Kritik an der Einführung der Doppik in der Kirche: „Frehr­king sag­te, er selbst sei kein »bren­nen­der Ver­fech­ter« von Dop­pik, der dop­pel­ten Haus­halts­führung. Er sei mit Blick auf die Kir­chen­ver­wal­tung eher ein Ver­tre­ter der Ka­me­ra­lis­tik. Artikel lesen

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Die Schizophrenie kirchenleitenden Handelns Zentralisierung ist schlecht, wird aber vorangetrieben ...

Nein, wir KirchenBunt’ler sind nicht ideologisch verblendet dagegen, Arbeitsbereiche zusammenzulegen, Kräfte zu bündeln und Synergieeffekte zu nutzen. Aber dies sollte nur dort geschehen, wo dies 1. sinnvoll und 2. von der kirchlichen Basis – also vornehmlich von den Kirchengemeinden und Einrichtungen vor Ort – auch gewollt und initiiert wird. Das ist nicht nur subsidiär gedacht, sondern hat auch gute evangelisch-theologische Gründe. Mittlerweile weisen Studien immer deutlicher darauf hin, dass dies auch für die Entwicklung der Kirche in angeblich schwierigen Zeiten von Vorteil wäre, möglichst dezentral agieren und so kreativ auf konkrete Herausforderungen vor Ort reagieren zu können. Dazu wäre es notwendig, die Arbeit vor Ort personell und finanziell zu stärken. Doch Kirchenleitungen auf EKD- und Landeskirchenebene machen derzeit genau das Gegenteil. Artikel lesen

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EKBO: Auflösung eines Gemeindekirchenrates nicht statthaft! Kirchengericht entspricht der Klage der verbliebenen Gemeindeätesten

„Der Gemeindekirchenrat von Alt-Schöneberg wurde auf Wunsch des Kirchenkreises von der Kirchenleitung aufgelöst, um offenbar die bisherigen Gemeindetraditionen ohne Einhaltung demokratischer Verfahren beseitigen zu können. Der Kirchenkreis setzte einen Bevollmächtigtenausschuss ein.“ Artikel lesen

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Reformprozess: Kirchengemeinde verklagt Landeskirche! Die Kirchengemeinde Sankt Servatius im niedersächsischen Haverlah hat Verfassungsklage gegen die Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig eingereicht.

David gegen Goliath: Eine kleine Kirchengemeinde im Landkreis Wolfenbüttel hat wegen der Reformvorhaben Verfassungsklage gegen die Evangelisch-Lutherische Landeskirche eingereicht. In der Begründen heißt es u.a.: „Es kann nicht angehen, daß im ländlichen Raum die Pfarrer um 25 bis 30 % gekürzt werden, wie das Beispiel Innerstetal (von 5 auf 3 bis 3,5 Stellen) beweist, und die Verwaltung weiter wächst. Keine Organisation mit dem Problem des Mitgliederschwundes stärkt die Wasserköpfe und kürzt die Basisarbeit. Das wäre aber das Ergebnis der Reform.“ Artikel lesen

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Sorgen eines Presbyters "Gemeinde– und Synodalarbeit besteht nicht aus der Gehorsamsleistung gegenüber der Landeskirche"

Hans-Klaus Vitt ist Presbyter in der Ev.-Refor. Kgm. Hilchenbach im Kirchenkreis Siegen (Ev. Kirche von Westfalen). Die Entwicklungen der vergangenen Jahre machen ihm Sorgen, die er nun in einem offenen Brief an den Synodalvorstand auf wort-meldungen.de artikuliert. Darin heißt es am Ende: „Werden wir uns bewusst, Gemeinde– und Synodalarbeit besteht nicht aus der Gehorsamsleistung gegenüber der Landeskirche, wie erhalte und vermehre ich mein Vermögen. Die Kernbotschaft, was unsere Kirche ausmacht und was ihre Aufgabe ist, muss wieder im Mittelpunkt stehen.“ Wir können Presbyterinnen und Presbyter, die ähnlich empfinden, nur ermutigen, es ihm gleich zu tun. Denn ändern wird sich erst etwas, wenn sich die Basis erhebt und ihre Bedenken gegenüber den Reformprozessen deutlich öffentlich artikuliert. Artikel lesen

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