Die geplante Marginalisierung der Gemeinden Vortrag von Prof. Dr. Eberhard Mechels in Rommerskirchen am 25.10.2015

„Institutionen neigen zur Verkrustung … Sie werden zum Selbstzweck. Und darum muss ein konstruktiver Umgang mit Institutionen immer ein kritischer sein. Das ist vielleicht das wichtigste Merkmal der protestantischen Kirche als »Kirche der Freiheit«, dass sie sich immer wieder die Freiheit nimmt, sich kritisch zu ihrer eigenen Institutionalisierung zu verhalten. Diese Freiheit ist der evangelischen Kirche in die Wiege gelegt, und sie zeigt sich gegenwärtig im Aufstand der Gemeinden gegen eine selbstherrliche und übermächtig gewordene Kircheninstitution.“
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Hessen-Nassau: 13 Seiten Mängel bei Umstellung auf Doppik Antrag des Dekanats Wiesbaden konstatiert erhebliche Umstellungsprobleme und fordert Kirchenleitung zum Handeln auf

In der Drucksache 78/15 heißt es: „Die Dekanatssynode hat am 30.09.2015 in Wiesbaden bei 61 anwesenden von 82 stimmberechtigten Mitgliedern beschlossen: Mit nicht abnehmender Sorge  müssen wir feststellen, dass die »Anfangsprobleme« der Umstellung auf Doppik auch nach 10 Monaten mitnichten behoben sind. Die Regionalverwaltung Wiesbaden-Rheingau-Taunus hat eine 13 DIN A4-Seiten umfassende Aufstellung der Defizite, Unklarheiten und Regelungsbedarfe erstellt. Diese Aufstellung zeigt, dass auf der Basis von Doppik eine ordnungsgemäße Rechnungs- und Haushaltsführung zur Zeit nicht möglich ist.“ Artikel lesen

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Zwei Kirchen …! Prof. Dr. Martin Honecker stellt erhellende Fragen zum Kirchenverständnis im Reformprozess der EKD

Das Impulspapier „Kirche der Freiheit“ spielt in den Reformprozessen der vergangenen Jahre eine zentrale Rolle und ist mitverantwortlich für viele Missstände innerhalb unserer Kirche, die wir von KirchenBunt e.V. seit längerem kritisieren. Nun hat sich der emeritierte Prof. für Systematische Theologie und Sozialethik, Dr. Martin Honecker, im aktuellen Pfarrerblatt zu Wort gemeldet und einen beachtenswerten und aufschlussreichen Artikel geschrieben. Sein Fazit teilen wir: „Ein wesentliches Grundproblem ist inzwischen das Misstrauen gegen einen Vorschlag von oben, wie ihn das Impulspapier »Kirche der Freiheit« vorgelegt hat, und dem dadurch bedingten Einspruch von unten, der über mangelnde Partizipation klagt und sich von einer kirchenleitenden Macht beeinträchtigt fühlt. Damit ist ein Vertrauensverlust eingetreten. Der Vertrauensverlust kann keineswegs durch die Ausübung von Macht durch kirchenleitende Instanzen behoben werden. Denn nach Max Weber beruht Macht – im Unterschied zu Gewalt – in der Regel auf Zustimmung und Anerkennung von Autorität. Machtausübung kann eben nicht nur zur Stärkung und Legitimation von Herrschaft, sondern auch zum Vertrauensverlust und zur Schwächung von Macht führen.“ Artikel lesen

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Lohnt es wirklich, sich einzumischen? Persönliche Notizen von Pastorin Ellen Kasper, Vorsitzende des Pastorenausschusses der Hannoverschen Landeskirche

Dass die Reformprozesse auch mit einer gewissen Gängelung von Pfarrerinnen und Pfarrern und Gemeinden einhergehen, die den Umbaumaßnahmen kritisch gegenüberstehen und dies auch äußern, diese Erfahrung machen wir auch in der EKiR. Die Unterschiede, wie offen und konstruktiv auch Widerstände diskutiert und überhaupt artikuliert werden dürfen, machen dabei oft die Leitungsorgane auf Kirchenkreisebene aus. Die Reaktionen auf entsprechende Beiträge auf Synoden oder in Konventen reichen von Augenrollen der KollegInnen bis zu subtil oder offen ausgetragenen persönlichen Scharmützeln, die manche Amtsträger schon mürbe, ja sogar krank gemacht haben. Die Schwächung der ortsgemeindlichen Basis geht scheinbar einher mit einem neuen Selbstbewusstsein der zweiten und dritten Leitungsebene (Superintendent, KSV, Kirchenleitung), die in manchen Auswüchsen schon Züge von Obrigkeitsverhalten aufweist. Auch Pastorin Ellen Kasper, Vorsitzende des Pastorenausschusses der Hannoverschen Landeskirche, kann ein Lied davon singen. Artikel lesen

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Plädoyer für stabile dezentrale Strukturen Kahnt: Menschen wünschen sich ansprechbare Pfarrerinnen und Pfarrer vor Ort

„In seinem Vorstandsbericht vor der Mitgliederversammlung des Verbandes evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland e.V. am 21.9.2015 in Bremen stellte der Vorsitzende des Verbandes, Pfarrer Andreas Kahnt (Westerstede), die zentralen Aufgaben für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die anstehenden Herausforderungen für den Verband in den Mittelpunkt. … Die 5. Erhebung der Evangelischen Kirche in Deutschland über die Kirchenmitgliedschaft zeige eindrucksvoll, dass sich die Menschen eine Kirche vor Ort wünschen. Artikel lesen

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KirchenBunt lädt ein: Konsistorial- oder Gemeindekirche – Vortrag von Prof. Dr. Mechels Am 25. Oktober lädt der Verein zur Mitgliederversammlung nach Rommerskirchen ein.

Am 25. Oktober laden wir zur ersten Mitgliederversammlung ein. Ab 17.00 Uhr sind wir zu Gast in der Ev. Kgm. Rommerskirchen. In einem ersten, für alle Interessierte öffentlichen Teil wird Prof. Dr. Eberhard Mechels, ehemaliger Leiter des Reformierten Predigerseminars, einen Impulsvortrag zum Thema: „Korsistorialkirche oder Gemeindekirche – die presbyterial-synodale Ordnung und die Reformprozesse“ halten, anschließend ist Gelegenheit zur Diskussion. Im Anschluss findet dann in nicht öffentlichem Rahmen die Mitgliederversammlung statt. Artikel lesen

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Kirchensteuer: knapp 700 Mio Euro in 2016?! Die Kirchensteuereinnahmen steigen auch im Jahr 2016 auf einen erneuten Rekordwert

Niemand kann mehr behaupten, dass die Kirchensteuereinnahmen sinken. Schon seit Jahren steigt das Aufkommen kontinuierlich – und das trotz hoher Austrittszahlen und negativen Prognosen. Die einfache Formel – weniger Kirchenmitglieder = weniger Steuereinnahmen – hat sich als falsch erwiesen, was nicht verwundert, da sie von weit mehr Faktoren beeinflusst wird als diese Gleichung widerspiegelt. Dennoch liest man diese Kombination in kirchlichen Veröffentlichungen und in vielen Medien immer wieder, auch auf Synoden wird häufig noch damit argumentiert, wenn es um Einsparungsmaßnahmen geht. Und wo doch zugegeben werden muss, dass die Realität die Prognosen der vergangenen Jahre nicht bestätigt, wird auf „Kaufkraft-“ oder „Inflationsbereinigung“ hingewiesen, um bloß nicht zu gut dazustehen. Denn mit dem Argument des Einnahmeverlustes wurden in den vergangenen Jahren Pfarrstellen gestrichen, Gemeinden fusioniert, Gemeindeverwaltungen aufgelöst und ein Neues Kirchliches Finanzwesen installiert, von dem man sich mehr Transparenz und Effizienz und damit einhergehend Kostenersparnis erhoffte. Die Rigorosität mancher Umbaumaßnahmen muss angesichts der realen Entwicklung in Frage gestellt werden. Tatsache ist, dass nicht wenige Kirchengemeinden, Werke und Einrichtungen Verluste erlitten und Etat-Kürzungen erfuhren, die angesichts der tatsächlichen, positiven Finanzentwicklung übertrieben waren.

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