Nordkirche: Gemeinden wehren sich gegen zentralisierte Zwangsverwaltung Der Verein "Gemeinde im Aufwind" lud nach Husum zum Informationsaustausch ein - KirchenBunt war dabei

Etwa 30 Interessierte waren am vergangenen Samstag (25. April 2015) der Einladung des Vereins „Gemeinde im Aufwind“ in die Evangelische Versöhnungskirchengemeinde Husum gefolgt, um sich untereinander auszutauschen und über den Fortgang der Regionalisierung in der Nordkirche und deren Auswirkungen zu informieren. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Dr. Christian Ottemann und der Andacht der ansässigen Pastorin Yvonne Krüger bot die Vorstellungsrunde einen ersten Einblick in die Sorgen und Nöte der Gemeinden. Leider bekam man viel nur allzu Bekanntes zu hören: Kirchengemeinden, die sich gegen die von der Kirchenleitung initiierten Strukturveränderungen wehren, werden gegängelt, Pastorinnen und Pastoren gemobbt, die Verwaltung wird nicht mehr als Dienstleister, sondern als Kontrolleur erfahren, die Kirchenkreisebene in ihren Kompetenzen und finanziellen Ausstattungen gestärkt, dagegen wird bei den Gemeinden trotz erhöhter Kirchensteuereinnahmen gekürzt und gespart. Artikel lesen

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EKHN: Dekanat fordert Kostentransparenz bei Einführung der Doppik Schlechte Erfahrungen in der EKIR bilden Grundlage für kritischen Blick auf die verwendete Software

Bis gestern, vom 23. bis 24. April 2015, tagte die elfte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau. Vor allem die Eingaben des http://dekanat-bergstrasse.ekhn.de/startseite.html lassen aufmerken. U.a. wird eine Untersuchung gefordert, „ob die Darstellung der Kosten für die Einführung der Doppik den Kriterien der Haushaltsklarheit und Wahrheit entsprochen haben.“ Dies sei insbesondere deshalb zu prüfen, „weil der Kirchenverwaltung bekannt sein konnte, dass es bei der Einführung der gleichen Software in der Ev. Kirche im Rheinland zu erheblichen Problemen gekommen ist, die zu außerordentlich hohen Mehrkosten geführt haben und bis heute nicht gelöst sind.“ Artikel lesen

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Siegried Eckert im Duisburger Pfarrkonvent Kein offizielles Protokoll, sondern ein persönlicher Bericht von Friedrich Brand

Der Duisburger Pfarrkonvent hatte am 13. April Pfarrer Siegfried Eckert zu Gast. Im Einladungsschreiben wurde er mit diesen Worten angekündigt: „Pfarrer Siegfried Eckert aus Bonn stellt Thesen seines Buches vor: „2017: Reformation statt Reförmchen“. Ausgehend von Grundwerten der Reformation legt er dar, wie weit Kirche sich heute von reformatorischen Erkenntnissen entfernt hat. In seinen Vortrag wird er einen O-Ton einflechten aus einer Podiumsdiskussion, an der auch Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD  und Leiter der Hauptabteilung II „Kirchliche Handlungsfelder und Bildung“, teilgenommen hat.“ Artikel lesen

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Braunschweig: Ärgerliche Unruhe in der Landeskirche Der Theologe und Historiker Dietrich Kuessner beschäftigt sich mit den Folgen der Gemeinde- und Strukturplanungen

Ausgehend von den rückläufigen Gemeindegliederzahlen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig fragt Kuessner nach den Auswirkungen von Pfarrstellenkürzungen, Gemeindefusionen und der Kompetenzstärkung der mittleren Ebene. So soll der Bestand der Pfarrstellen von aktuell 281 auf 170 gekürzt werden. Kuessner: „Als Kriterium nimmt die Kirchenbehörde schematisch die Anzahl der Mitglieder und die Fläche der Propstei. Das ist unzureichend. Die Lebendigkeit einer Gemeinde, die Beteiligung an den Kirchenvorstandswahlen, die Vielfalt des gottesdienstlichen Angebotes, die Kompetenz in der Seelsorge u.a. spielen keine Rolle. Das gehört zur Beurteilung einer Kirchengemeinde unbedingt dazu.“ Artikel lesen

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Zwischen digitaler Revolution und administrativer Wende Der Protestantismus der Jahre 2017 bis 2045: Auszug aus dem Handbuch der Neueren und Neuesten Kirchengeschichte, Band II: Der Protestantismus im 21. Jahrhundert - ein Gastbeitrag von Holger Pyka

Stefan Große-Gschaftlhubers Stegreifrede und die administrative Wende

Ein Meilenstein in der weiteren Entwicklung des landeskirchlich verfassten Protestantismus war die Einrichtung des Evangelischen Zentralinstituts für theologische Verwaltungsfragen, mit dessen Leitung Oberkirchenrat Stefan Große-Gschaftlhuber betraut wurde. Große-Gschaftlhuber selbst hatte die Gründung angeregt: In seiner Stegreifrede auf dem Stuttgarter Kirchentag, deren Eingangsfeststellung „Wir können als Menschen Verwaltung nicht verstehen, wir dürfen als Theologen mit Verwaltung leben“ in die Geschichtsbücher eingegangen ist, erläuterte Große-Gschaftlhuber anhand u.a. der Tora-Übergabegeschichten des Alten Testaments und des Augustinischen Volkszensus im Prolog der Weihnachtsgeschichte Lk 2, in welchem Maße die Heilsgeschichte seit jeher von höchstinstanzlichen Verwaltungsentscheidungen abhängig gewesen sei. Zahlreiche neutestamentliche Figuren, wie der Apostel Paulus, die sprichwörtlichen Zöllner oder der äthiopische Hofbeamte galten Große-Gschaftlhuber als exemplarische Vertreter des antiken Beamtentums, die selbstverständliche Gesprächs- und Kooperationspartner, ja bedeutende Trägerkreise des Urchristentums darstellten. In den Verwaltungsentscheidungen und –strukturen der Kirche sah Große-Gschaftlhuber demnach nicht nur die Verwirklichung der neutestamentlichen Forderung nach „guter Haushalterschaft“, sondern auch, unter Rekurs auf den priesterschriftlichen Schöpfungsbericht und 1 Kor 14,33 („Gott ist kein Gott der Unordnung“), das auch in der Confessio Augustana aufgenommen wird, eine imitatio des ordnenden Schöpfungshandelns Gottes, mithin ein Instrument der creatio continua. Die Aussage, dass den Texten und Strukturen kirchlicher Verwaltung damit neben der Bibel Offenbarungscharakter zukäme, findet sich expressis verbis in Große-Gschaftlhubers Stegreifrede noch nicht, wird jedoch, u.a. in seiner Forderung nach einer „kultürlichen“, „bürokratischen“ oder „administrativen Theologie“, hier schon vorweggenommen und in der EKD-Denkschrift „Die gute Haushalterschaft – Das Verhältnis von Theologie und Verwaltung“ von 2019 entfaltet. Artikel lesen

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EKHN: Zuviel Verwaltung und Regelwerk – zu wenig Zeit für Inhalte! Entscheidungen der Landeskirche gehen an der Wirklichkeit der Gemeinden vor Ort vorbei

Dekan Karl Hans Geil führte aus, dass der Abstand, den Gemeinden zu Entscheidungen der Kirchenleitung in Darmstadt empfänden, immer größer würde: „Da werden von der Synode und von Zentren neue Projekte gestartet, Verwaltungsverordnungen werden beschlossen und Gesetzesanpassungen durchgeführt, wo ich oft den Eindruck habe, das hat zu unserer Wirklichkeit nicht mehr viel Bezug. Zu unterschiedlich seien die Kirchengemeinden. Regelwerke helfen da oft nicht weiter. Weiterhin kritisiert Geil den ständig steigenden Verwaltungsaufwand. Artikel lesen

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Rommerskirchen: 1000 Unterschriften gegen Zwangszentralisierung Auch Katholiken und Konfessionslose unterschreiben die Petition

Die Protestanten am Gillbach lehnen die Verwaltungsstrukturreform der Evangelischen Kirche im Rheinland ab. Eine vom Presbyterium der evangelischen Gemeinde einstimmig verabschiedete Petition ist die Grundlage für eine Unterschriftensammlung, die über das Oster-Wochenende fortgesetzt wurde. „Wir haben schon fast 1000 Unterschriften zusammen“, sagt Pfarrer Thomas Spitzer erfreut. Einstweilen soll die Aktion fortgesetzt werden. Im Sommer wollen Mitglieder der evangelischen Kirche die Unterschriften am Sitz der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorf übergeben. Wann und in welcher Form dies geschehen soll, ist nach den Worten von Gemeindesekretärin Christine Schmitz noch offen. Artikel lesen

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EKHN: Umstellung auf Doppik droht sich zu verzögern Auf der diesjährigen Kirchensynode der EKHN berichtet auch die Kirchenleitung von erheblichen Problemen mit der Software

Im Bericht der Kirchenleitung für die hessen-nassauische Kirchensynode, die vom 23. – 25. April in Frankfurt am Main tagt, werden erhebliche Verzögerungen bei der Einführung der Doppik eingeräumt: „Durch eine unzureichende Erkennung der wesentlichen Buchungsinformationen der vom Dokumentenmanagementsystem über eine Schnittstelle in das Buchhaltungsprogramm MACH zu übergebenden Belegdaten kam es zu erheblichen Bearbeitungsrückständen und Belegstaus in den Finanzabteilungen der Pilotkassengemeinschaften, weil die wesentlichen Beleginformationen nun manuell in MACH ’nach’erfasst werden mussten und Belege z.T. mehrfach im System vorhanden waren.“ Die daraus resultierenden Probleme bei den Pilotprojekten sind so gravierend, dass nun geprüft wird, ob die geplante Einführung bei anderen Kassengemeinschaften zum 1. Januar 2016 verschoben werden muss. Artikel lesen

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EKHN: Doppik-Pilotprojekt mit Startschwierigkeiten Die Einführung der Doppelten Buchführung bereitet nicht nur in der EKiR Probleme

Auf der Frühjahrs-Synode des Dekanats Wiesbaden wurde heftige Kritik am Doppik-Pilotprojekt geübt. „Die Einführung der doppelten Buchführung in der Finanzverwaltung der Kirche gestalte sich in der praktischen Arbeit mehr als problematisch – davon berichteten Synodale aus verschiedenen Gemeinden, vor allem aus Gemeinden, die gerade bauen. So sei es in den ersten Wochen des Jahres zu massiven Schwierigkeiten gekommen, weil Rechnungen aufgrund fehlender oder nicht funktionierender Verknüpfungen im Computersystem nicht bezahlt werden konnten. Mahngebühren, Androhungen von Inkasso-Verfahren, nicht zu realisierende Skonto-Vereinbarungen sind ebenso die Folge wie verzweifelte Sekretariats-Angestellte sowie erboste Kirchenvorstände – und ein großer Vertrauens- und Ansehensverlust.“ Artikel lesen

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