106.000 Euro für Verwaltung: Kirchengemeinde droht der Kollaps Die Ev. Kgm. Rheinberg aus dem Kirchenkreis Moers sieht u.a. die Verwaltungsstrukturreform und NKF als Grund für ihre finanziell schlechte Lage.

„Es kann uns sogar passieren, dass wir am Ende des Jahres zahlungsunfähig sind.“ Diese düstere Prognose stellt Pfarrer Udo Otten angesichts des Haushaltsentwurfs für die Evangelische Kirchengemeinde Rheinberg, der ein Minus von 138 000 Euro voraussieht. Die Gründe für die akute wirtschaftliche Misere seien vielfältig, aber aus Sicht des Seelsorgers auf gar keinen Fall auf eine unsolide Haushaltsführung des Presbyteriums zurückzuführen. Artikel lesen

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Kirche contra Relevanzverlust Dr. Martin Schuck über die Möglichkeit, wie Kirche für die Menschen relevant werden kann.

„Der Protestantismus heute steht also vor einer schweren Aufgabe: Einerseits gibt es ihn noch deutlich erkennbar und wahrnehmbar in einer säkularen Variante. Viele Kulturschaffende in den unterschiedlichsten Bereichen tragen als freie Persönlichkeiten, die sich weder als Mitglieder einer politischen Partei oder einer Kirche zu erkennen geben, die Ideale des Protestantismus weiter. In den evangelischen Kirchen geht es dagegen heute viel um „corporate identity“, um Organisationsanalyse, um Perspektivpläne und Impulspapiere, um Leitbilder und „Visionen“ von Unternehmensberatern, die man sich ins Haus holt. Der Protestantismus hat ein Problem mit seiner Kirchlichkeit, und dieses nicht zuletzt deshalb, weil nach 1945 ebendiese Kirchlichkeit überstrapaziert wurde.“ Artikel lesen

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Eine Kirchengemeinde wehrt sich Ev. Kgm. Rommerskirchen stellt Petition gegen Verwaltungsstrukturreform online.

Schon seit längerem hadert das Presbyterium der Ev. Kgm. Rommerskirchen mit der Umsetzung der Verwaltungsstrukturreform. Sie kämpfen für einen Verbleib des Gemeindebüros und damit der Verwaltungsaufgaben in ihrer Kirchengemeinde. Nun wurde eine Petition verfasst, mit der die Rommerskirchener ihrer Forderung mehr Nachdruck verleihen wollen. Artikel lesen

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Inspirierende Innovationen in Kirchlinden Karneval ist vorbei - Satire geht immer ... ein nicht ganz ernst gemeinter Bericht über mögliche Folgen der Reformprozesse in unserer Kirche.

Kirchlinden machte bereits in der Vergangenheit durch die Umsetzung zukunftsweisender und innovativer Ideen auf sich aufmerksam. Ein mutiges Presbyterium zeichnete sich dadurch aus, dass es gemeinsam mit den beiden Pfarrern Detlev Mausbart und Hartmut Hastemich ohne Zögern Reformimpulse aufgriff und segensreich umsetzte. Angeleitet vom EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ (KdF) und zwingend notwendigen Umbauprozessen wie der Einführung des „Neuen kirchlichen Finanzwesens“ (NKF) wurde in Kirchlinden eine erstaunliche Kreativität freigesetzt. Mit Leidenschaft entwickelte man die Blaupause einer wahrhaft zukunftsfähigen Kirche, bei der der effiziente Einsatz finanzieller Ressourcen, unorthodoxe Methoden des Fundraising sowie die Implementierung nachhaltiger medialer Aufmerksamkeit im Dienste der Kommunikation des Evangeliums kennzeichnend sind. Artikel lesen

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10 Jahre NKF – ein Blick in die Zukunft Nordrhein-Westfalen zieht nach einer Dekade Einführung des Neuen Kommunalen Finanzwesens Bilanz

Wer im Internet Informationen über das Neue Kirchliche Finanzwesen sucht, mag auch über folgende Website gestolpert sein: http://nkf-kirche.de. Ob das, was man da zu sehen bekommt, denn auch informativ ist, hängt vom Betrachter ab. Neben dem bekannten Satz: „Hier entsteht eine neue Internetpräsenz“ prangt nämlich ein Baustellenschild – und das seit nunmehr acht Jahren (Stand: 15.02.2015)! Will uns da jemand (die Domain gehört einer Managementberatungs-GmbH) einen Hinweis liefern, was uns mit NKF noch bevorsteht? Artikel lesen

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EKKW: Wird, was lange währt, endlich gut? Konrad Schullerus fordert im aktuellen Pfarrerblatt ein Moratorium der Reformprozesse

Ist es Zufall, dass sich auch in anderen Landeskirchen die Probleme der angestoßenen Reformprozesse türmen und sich gerade im Verwaltungsbereich denen der EKiR so ähneln? Wohl kaum. Daher ist es auch kein Wunder, dass dort wie hier Unmut geäußert wird und ähnliche, ja gleiche Forderungen nach einer Besinnung und Rückbesinnung auf das Wesentliche geäußert werden. So treffen viele Passagen aus dem Pfarrerblatt der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck auch die Situation in unserer Landeskirche. Wir zitieren einige frappierende Beispiele … Artikel lesen

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Der nächste Schritt: Vereinsgründung! Am 15. März soll unsere Initiative in einen Verein überführt werden

Unsere Initiative soll in einen Verein
“KirchenBunt im Rheinland e.V.”
überführt werden.
Wir laden alle herzlich zur Gründungsversammlung
am 15. März um 17.00 Uhr
in die Ev. Kgm. Rommerskirchen ein.
Den Aufruf zur Vereinsgründung, eine Anfahrtsbeschreibung sowie ein Brief an Presbyterien finden Sie im Download-Bereich.

Analyse

Spätestens seit dem Jahre 2006 und der Veröffentlichung des Impulspapiers „Kirche der Freiheit“ verfolgt auch unsere Evangelische Kirche im Rheinland einen kirchenpolitischen Kurs, den wir mit zunehmender Sorge kritisch begleiten. Mit unserer Initiative „KirchenBunt im Rheinland“ haben wir versucht, Finger in die Wunden zu legen und alternative Standpunkte zu den Umbauprozessen der vergangenen Jahre zu bieten. Dabei war es uns wichtig, über den offiziellen Veröffentlichungen und Verlautbarungen hinaus auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, die unsere Kirche mehr und mehr zu einem Wirtschaftskonzern umformen, in dem finanzielle Aspekte die theologische Kernaufgabe überlagern und strukturelle Veränderungen den Gestaltungsrahmen an der Basis erschweren. Wir spüren den Unmut über Projekte, die materielle und personelle Ressourcen z.B. im Verwaltungsapparat binden, die dann für die seelsorgerische und missionarische Arbeit an den Menschen vor Ort fehlen. Dieser Prozess des Umbaus – von Reform kann man bei der Tragweite der Veränderungen nicht mehr sprechen – wird seit Jahren mit pessimistischen Prognosen zur Mitgliederentwicklung und zum Kirchensteueraufkommen begründet, die sich im Rückblick als schlichtweg falsch erwiesen haben. Dennoch hält man unbeirrt an dem eingeschlagenen Weg fest, eine notwendige kritische Analyse und geistliche Besinnung findet so gut wie nicht statt, entsprechende Forderungen z.B. seitens des Pfarrvereins werden schlichtweg ignoriert.

Schlussfolgerungen

U.E. wird dieser Kurs auf Gemeindeebene und in den unterschiedlichen Einrichtungen und Werken in Zukunft den Dienst am Menschen erheblich erschweren und den Mitgliederverlust an der Basis, dem man entgegenwirken sollte, weiter beschleunigen. Nicht zuletzt die überdimensionierten Sparbeschlüsse zur Haushaltskonsolidierung auf der Landessynode 2015, die trotz erheblicher Bedenken von Mitarbeitenden der betroffenen Einrichtungen und Werken und guter finanzieller Ausgangslage substantiell nicht korrigiert wurden, werden eine entsprechende negative Wirkung entfalten. Eine finanzpolitische Schieflage ist jedoch endgültig daran zu erkennen, dass die Budgets im Verwaltungsbereich auf Kirchenkreis- und Landeskirchenebene aufgestockt werden, während z.B. für die Arbeit der Kirchengemeinden vor Ort immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Dabei zeigen jüngste Untersuchungen wie die 5. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, dass die Bindung an die Kirche eben nicht durch diese übergeordneten Ebenen geleistet, sondern durch persönliche Begegnungen in den Ortsgemeinden und in den Einrichtungen und Werken garantiert wird. Hier gilt: Je übersichtlicher, persönlicher und näher am Menschen Kirche auftritt, desto attraktiver und überzeugender wird sie wahrgenommen.

Ziele

Da abzusehen ist, dass der bisherige kirchenpolitische Kurs von der EKiR/EKD beibehalten wird und auch zukünftig kostspielige und strukturverändernde Maßnahmen ohne Beteiligung der ersten Ebene verordnet werden (letztes Beispiel: IT-Konzept), rufen wir zur Gründung des Vereins „KirchenBunt im Rheinland“ auf, mit dem wir uns für eine Stärkung der Basis und damit des Dienstes am Menschen, wie er uns durch Jesus Christus in Auftrag gegeben ist, einsetzen wollen. Wir sind davon überzeugt, dass den anstehenden Herausforderungen, denen sich unsere Kirche stellen muss, nur mit einer Intensivierung und Förderung der Arbeit in der Fläche und vor Ort und nicht durch Fusions- und Zentralisierungsprozesse zu begegnen ist. Darum hat für uns auch die finanzielle und personelle Ausstattung dieser Arbeit Vorrang vor fragwürdigen Investitionen in Verwaltung und Prestigeprojekte, deren effektiver Nutzen die Kosten in keiner Weise rechtfertigen. Die Entscheidungskompetenz für die kirchliche Arbeit muss deshalb dort verortet werden, wo das Kirchesein für andere am sichtbarsten und effektivsten Wirkung zeigt: in den Leitungsorganen der Gemeinden. Dagegen sollten Kirchenkreise von Aufgaben entlastet werden, die in den Verantwortungsbereich der Kirchengemeinden gehören, um ihren subsidiären – d.h. unterstützenden und nicht bevormundenden – Dienst stärker zu profilieren. Dies entspricht auch dem ursprünglichen Anliegen unserer Kirchenordnung, die mit der presbyterial-synodalen Ordnung eine von unten aufgebaute Kirche bewahren soll.

Ein/Der Verein „KirchenBunt im Rheinland“ setzt sich für diese Ziele ein, indem er:

  • ein unabhängiges Netzwerk der kirchlichen Basis schafft, das dem voneinander Lernen und Profitieren dient und damit die Arbeit vor Ort durch Austausch von Erfahrungen und Begabungen bereichert
  • die Solidarität unter den von den Spar- und Umbauprozessen Betroffenen stärkt und ihren Anliegen deutlicher Gehör innerhalb und außerhalb der Kirche verschafft
  • ein den landeskirchlichen Medien alternatives Presseorgan schafft und damit einen transparenten und differenzierten Informationsfluss bis in alle Ebenen hinein fördert, um damit die Teilhabe der Basis an gesamtkirchlichen Entwicklungen zu vergrößern
  • den offenen, konstruktiv-kritischen Dialog mit allen Leitungsorganen aller Ebenen sucht, insbesondere mit der Kirchenleitung und den Synodalen der EKiR
  • der Theologie und dem Dienst am Menschen wieder einen normativen Stellenwert einräumt und sie im Sinne des „Wormser Wortes“ von ökonomischer Bevormundung befreit
  • eine Diskussionskultur etabliert, die diesen Namen auch verdient und in der Vielfalt gerade die Stärke unserer Landeskirche sieht und nicht ein zu beseitigendes Übel
  • die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen (z.B. Ev. Pfarrverein im Rheinland, Wort-Meldungen) und Gemeindebünden sucht, wie sie z.B. in Bayern (Aufbruch Gemeinde), in der Nordkirche (Gemeinde im Aufwind) oder in Brandenburg-schlesiche Oberlausitz (Gemeindebund) bereits existieren, um gemeinsame Interessen gemeinsam zu vertreten

Wir laden alle ein, sich an dieser spannenden Aufgabe im „KirchenBunt im Rheinland“ zu beteiligen.

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EKHN: Fünf Monate für ein Protokoll Wie mit mangelhaftem Informationsfluss Kirchenpolitik betrieben wird

Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau lehnte bei ihrer jüngsten Sitzung einen Antrag des Dekanats Alsfeld ab. Dieser hatte gefordert, dass Wortprotokolle der Synode nicht erst fünf Monate nach der Tagung, sondern zeitnäher veröffentlicht werden sollten, um Kirchengemeinden die Chance zu geben, auf Entscheidungen und Beratungsprozesse zu reagieren und Einfluss zu nehmen. Doch das scheint von der Kirchenleitung nicht gewollt zu sein. Artikel lesen

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