Versorgungskasse solide aufgestellt Kapitalzufluss ist nicht mit der finanziellen Lage zu begründen

Schon seit geraumer Zeit ist bekannt, dass Landeskirchen im Zuge des „Eweiterten Solidarpakts„, der 2006 von der EKD initiiert und in einem höchst elitären Kreis geschlossen wurde, angehalten sind, ihre Kapitaldecke zur Finanzierung zukünftiger Versorgungsansprüche massiv aufzustocken. Um die vorgegebenen Ziele zu erreichen, werden mancherorts sogar die über den Prognosen liegenden Kirchensteuereinnahmen verwendet, die dann natürlich an anderer Stelle – meist bei den Kirchengemeinden – fehlen. Nun stellt der Vorsitzende der Pfarrvertretung in der EKiR, Pfarrer Peter Stursberg, in seinem Jahresbericht, vorgelegt zum Konvent der Wahl- und Kontaktpersonen am 12. November 2014 in Bonn fest, dass die wirtschaftliche Lage der Versorgungskasse Dortmund „derzeit keinerlei Anlass zu Sorgen gibt“. Vielmehr lässt sich für das Geschäftsjahr 2013 festhalten, „dass die Kasse ein gutes Jahresergebnis mit einem überdurchschnittlich hohen Jahresabschluss erzielen konnte.“

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Wir kaufen uns eine Pfarrerin Die Kirchen nehmen so viel Geld ein wie nie. Trotzdem müssen Gläubige ihren Pfarrer selbst bezahlen. Wird der Kirchgang zum Luxus?

„Noch nie sprudelten die Kirchensteuern so munter wie in diesem Jahr. Die evangelische Kirche wird rund fünf Milliarden Euro einnehmen, das sind etwa fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Schon seit Jahren geht das so. Seit 2005 sind die Kirchensteuereinnahmen um mehr als 43 Prozent gestiegen – und das trotz massenhafter Austritte enttäuschter Gläubiger. Die gute Konjunktur macht es möglich, schließlich ist diese Einnahmequelle an die Einkommensteuer gekoppelt. Freut sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, sind auch die Kirchenvertreter zufrieden.“ Artikel lesen

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Online-Petition gegen Umbauprozesse gestartet Der Verein "Wort-Meldungen" fordert ein Ende der derzeitigen Reformmaßnahmen

Schon seit längerer Zeit rumort es angesichts der Umbauprozesse in unserer Kirche. Waren Unzufriedenheit, Unverständnis und teilweise auch Wut über die Einführung des NKF oder der Durchführung der Verwaltungsstrukturreform zunächst auf einzelne Kirchengemeinden beschränkt, hat der Unmut mittlerweile auch Leitungsgremien auf Kirchenkreis- und Landeskirchenebene erreicht. In der EKiR hat dazu jüngst der Rheinische Pfarrverein eindeutig Stellung bezogen. Nun startet der Verein „Wort-Meldungen“ eine EKD-weite Online-Kampagne. Auch KirchenBunt bittet darum, diese Petition zu unterstützen. Artikel lesen

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KiHo Wuppertal: Klappert warnt vor finanziellem Rückzug Prof. Dr. em. Berthold Klappert wendet sich mit einem "gutachterlichen Brief" an die Kirchenleitung

„Auf dem Heiligen Berg in Wuppertal geht die Sorge um, dass eine wichtige Einrichtung wie die Kirchliche Hochschule von der Rheinischen Kirche finanziell zusammengekürzt, geschlossen oder in das Theologische Zentrum eingeordnet wird. Prof. Dr. em. Berthold Klappert hat in einem »gutachterlichen Brief« an die Kirchenleitung der Ev. Kirche im Rheinland seine widerständigen Argumente formuliert und begründet.“ Artikel lesen

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Lob und Tadel für Sparpläne Idea-Artikel gibt Überblick über Reaktionen auf die Haushaltskonsolidierung der EKiR

„Der landeskirchliche Haushalt soll 2018 im Vergleich zu 2012 um 35 Prozent (20 Millionen Euro) gekürzt werden. Acht Millionen Euro waren schon auf der diesjährigen Landessynode beschlossen worden. Erste Vorschläge für das Einsparen von weiteren zwölf Millionen Euro hatte die Kirchenleitung im September vorgelegt und sie anschließend an mehreren Orten mit Kirchenmitgliedern und Interessierten diskutiert. Dass die Kirchenleitung aufgrund der Rückmeldungen Veränderungen gegenüber den ursprünglichen Vorschlägen vorgenommen hat, begrüßt das Netzwerk »KirchenBunt im Rheinland«. Einer der Initiatoren, Hans-Jürgen Volk (Eichelhardt/Westerwald), sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea: »Die Bereitschaft zum Hinhören und zur Transparenz ist im Vergleich zur Vergangenheit spürbar gewachsen.« Doch es blieben Schwachpunkte. Volk: »Das Verhalten einer Kirche, die massive Kürzungen bei der kirchlichen Bildungsarbeit oder auch bei der Arbeit mit Landzeitarbeitslosen durchführt, die Gemeinden und Einrichtungen vor Ort finanziell schwächt und im Gegenzug massiv neue Verwaltungsstellen einrichtet …, ist öffentlich nicht mehr vermittelbar.«“ Artikel lesen

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Kommentar zum Sparkurs der EKiR Wie sich eine Kirche unsympathisch macht

Mit deutlich reduziertem Mitteleinsatz will die Ev. Kirche im Rheinland wichtige Arbeitsfelder weiterführen. In einer Stellungnahme im Präsesblog argumentiert Manfred Rekowski, dass die Sparmaßnahmen letztlich dazu dienen, die Arbeit in den betroffenen Einrichtungen langfristig zu sichern. Dies erinnert an die Argumentation bei der Einführung der Hartz-Gesetze und den Umbau der Sozialsysteme: Der offensichtliche Sozialabbau diene letztlich dazu, den Sozialstaat in Deutschland zu erhalten.

Gewiss, die Vorlage der Kirchenleitung zur Haushaltskonsolidierung an die Landessynode, die im Januar 2015 in Bad Neuenahr tagen wird, hat durch die Einarbeitung verschiedenster Stellungnahmen und Voten Veränderungen erfahren. Die Bereitschaft zum Hinhören und zur Transparenz ist im Vergleich zur Vergangenheit spürbar gewachsen. Dennoch bleiben Anfragen und grundsätzliche Schwachpunkte.

Warum 12 Mio. bzw. 20 Mio. € ?

Es findet sich keine überzeugende Begründung für das angestrebte Sparvolumen. In der ersten Vorlage der Kirchenleitung hatte es ein Volumen von insgesamt 12,3 Mio. €, jetzt hat sich der Betrag auf 11,25 Mio. € reduziert, am Sparziel von 12 Mio. € wird jedoch festgehalten.

Das Anliegen, auf Dauer einen ausgeglichen Haushalt der Landeskirche anzustreben, ist zu unterstützen. Dass hierfür Einsparungen erforderlich sind, ist unbestritten. Die Vorgaben, die der Landessynode in Hilden im November 2013 gemacht wurden, basierten allerdings auf den längst überholten Planzahlen von 2013 mit einem Netto-Kirchensteueraufkommen von 575 Mio. € in der Planung. Damals sprach man von einem strukturellen Haushaltsdefizit von etwa 8 Mio. €. Da das tatsächliche Ergebnis für 2013 bei knapp 620 Mio. € lag, dürfte das Defizit im Ergebnis nicht viel mehr als 4 Mio. € betragen. Hinzu kommt, dass die Auswirkungen der ersten Sparrunde (Aufgabenkritik I) mit einem Gesamtvolumen von 8 Mio. € noch gar nicht voll wirksam sind. Insgesamt geht es also um Kürzungen in einem Umfang von etwa 20 Mio. €. Angesichts der tatsächlichen Lage des Haushalts der Landeskirche dürfte eines klar sein: Es gibt erhebliche Spielräume für eine solide fachliche Überprüfung der Sparvorschläge sowie für ein sozialverträgliches Verhalten, das betriebsbedingte Kündigungen überflüssig macht.

Vage Zugeständnisse

Aufatmen können nur wenige. Statt die landeskirchlichen Mittel für die Seemannsmission und den Binnenschifferdienst ganz zu streichen, werden sie lediglich gekürzt. Das „Haus der Stille“ mit dem Standort Rengsdorf soll erhalten bleiben, was zu begrüßen ist. Allerdings ist die Einsparsumme mit 320.000 € gleich geblieben. Dementsprechend wird formuliert: „Die Arbeit im Haus der Stille wird vorerst nicht verlagert. Eine deutliche Senkung des Aufwandes und eine Steigerung der Erträge (z.B. durch Verbesserung der Auslastung, Senkung der Personalkosten, Kooperation mit anderen landeskirchlichen Einrichtungen, Fundraising u.a.) werden angestrebt.“ Gelingt dies nicht, „ist ein alternatives Konzept für die Fortführung der Arbeit entweder unter Aufgabe der Trägerschaft der Einrichtung oder der Immobilie vorzulegen“.

Am meisten muss die kirchliche Bildungsarbeit bluten. Hier sind die Zahlen in etwa gleich geblieben im Vergleich zur ursprünglichen Vorlage: Bei den Schulen in kirchlicher Trägerschaft ergibt sich eine Einsparsumme von 4,5 Mio. €, bei der Kirchlichen Hochschule Wuppertal ist es 1 Mio. und beim Haus der Begegnung in Bonn 1 Mio. €. Hinzu kommen Einsparungen bei der Studierendenarbeit sowie den Studierendenwohnheimen von 700.000 € und beim Film-, Funk- und Fernsehzentrum (FFFZ), das ja auch ein Standort kirchlicher Bildungsarbeit im weiteren Sinne ist, weitere 550.000 €. Alleine diese Zahlen machen deutlich, dass die EKiR der kirchlichen Bildungsarbeit nach Sparmaßnahmen der Vergangenheit erneut einen Betrag von mindestens 7,75 Mio. € entziehen will, was den Löwenanteil des gesamten Sparpakets ausmacht.

Eine soziale Schieflage

Am stärksten sind die Beschäftigten der EKiR von den Sparmaßnahmen betroffen. Zum Teil haben sie schon seit Jahren Umstrukturierungen, Standortverlagerungen und Einsparungen hinter sich und stehen nun unter Umständen vor dem beruflichen Aus, falls es bei dem anvisierten Sparvolumen bleibt. Ein weiterer, in sozialer Hinsicht problematischer Aspekt wird in der Vorlage deutlich formuliert: „Das hohe Sparziel führt auch dazu, dass sich die Bewertung von Aufgaben und ihrem Finanzbedarf geändert hat. Neben der inhaltlichen Bewertung kommen stärker als bisher auch wirtschaftliche Aspekte in den Blick. Dies trifft die landeskirchlichen Tagungshäuser besonders. Ein konsequentes Einfordern eines kostendeckenden Betriebes stellt diese vor neue Herausforderungen …“. „Einwerbung von Drittmitteln“ wird gefordert sowie die Anpassung der Preise. Es wird in Zukunft also ziemlich teuer werden, an Fortbildungen teilzunehmen. Dies wirkt sozial selektiv. Menschen mit geringem Einkommen, wozu insbesondere auch Jugendliche gehören, werden so faktisch ausgegrenzt. Hinzu kommt, dass „ein konsequentes Einfordern eines kostendeckenden Betriebes“ kirchlicher Tagungshäuser die Beschäftigten unter einen enormen Druck setzt.

Ein problematisches Gesamtbild

Die alte Dame EKiR kommt in diesen Tagen nicht besonders sympathisch daher. Gespart wird was das Zeug hält bei der kirchlichen Bildungsarbeit. An finanzieller Auszehrung leiden zudem die Kirchengemeinden. Der Hintergrund: die Kosten für das Neue kirchliche Finanzwesen (NKF) wie für die Verwaltung insgesamt steigen und steigen. Erneut haben zahlreiche Kreissynoden zusätzliche Verwaltungsstellen insbesondere in der Finanzverwaltung beschlossen. Ein Viertel der Kirchensteuereinnahmen wird zudem zur Absicherung zukünftiger Versorgungs- und Beihilfeansprüche auf die Seite gelegt. Dies ergibt ein Gesamtbild, das mehr als problematisch ist und die Bindungskraft der Kirche insgesamt schwächt. Das Verhalten einer Kirche, die massive Kürzungen bei der kirchlichen Bildungsarbeit oder auch bei der Arbeit mit Langzeitarbeitslosen durchführt, die Gemeinden und Einrichtungen vor Ort finanziell schwächt und im Gegenzug massiv neue Verwaltungsstellen einrichtet sowie Mittel in immer höherem Ausmaß zur Absicherung zukünftiger Versorgungs- und Beihilfeansprüche den Finanzmärkten anvertraut, ist öffentlich nicht mehr vermittelbar. Wer Einsparungen für nötig hält, sollte zunächst kostendämpfende Maßnahmen bei der kirchlichen Verwaltung auf den Weg bringen.

KirchenBunt setzt sich ein für einen Aufbruch von unten – für eine Kirche, die an ihrem Auftrag und an den Menschen orientiert ist und in der Geld wieder eine dienende Funktion einnimmt.

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Nordkirche: Für eine Stärkung des Selbstverwaltungsrechtes Zahlreiche Kirchengemeinden wenden sich gegen eine Zwangsverwaltung durch den Kirchenkreis.

„Zehn Kirchengemeinden haben sich im Juni diesen Jahres in einem ‚Offenen Brief‘ an die Kirchenleitung gegen die Zwangsverwaltung von Kirchengemeinden durch die Kirchenkreisverwaltungen, wie sie im Kirchenkreisverwaltungsgesetz (KKV- wG) vorgesehen ist, gewandt. Gefordert wird eine umfassende Diskussion über diesen sogenannten »Abnahmezwang«, und zwar unter direkter Beteiligung der Kirchengemeinderäte. Zugleich wurden alle Kirchengemeinden der Nordkirche angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Bis dato haben sich bereits 65 weitere Kirchengemeinden dem Anliegen angeschlossen. Anfang nächsten Jahres soll Bilanz über die Aktion gezogen werden und die kirchliche Öffentlichkeit in geeigneter Weise informiert werden.“ Artikel lesen

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NKF: Ausgaben entsprechen nicht dem Mehrwert KK Oberhausen: Deckungslücke mehr als doppelt so hoch

„Superintendent Joachim Deterding hatte die Einführung des NKF in der Evangelischen Kirche im Rheinland vergeblich bekämpft. »Was wir dafür ausgeben, entspricht nicht dem Mehrwert, den wir dadurch bekommen«, sagt er. Konkret geht es um eine zusätzliche kaufmännische Kraft, die eingestellt werden muss. Der Kirchenkreis hat schon 130 Beschäftigte.“ Artikel lesen

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KMU V: Manipulative Interpretation? Von der Schwierigkeit, ein liebgewordenes Tabu endlich aufzugeben ...

Herbert Dieckmann weist in seinem Artikel im aktuellen Deutschen Pfarrerblatt darauf hin, dass die Ergebnisse der neuen Kirchenmitgliederumfrage auf fragwürdige Weise interpretiert werden. Er sieht durch die Reformprozesse vor allem die Pfarrerschaft vor Ort marginalisiert. Die „landeskirchlichen Meinungsmacher (innerhalb der EKHN, der Verf.) wollten die Gemeindepfarrstellen als willkommenes Einsparpotential nutzen, weil sie behaupteten, die Kircheneinnahmen würden sich bis 2030 halbieren. Tatsächlich sind die Kirchensteuereinnahmen in der EKD im letzten Jahrzehnt um über 30% gestiegen, nachdem sie sich von 1967 bis 1970 verdoppelt und von 1970 bis 1990 verdreifacht hatten! Darum war 2004 diese Entwicklung tendenziell vorhersehbar. Dennoch wurden drohende Einnahmeverluste als sicher unterstellt und sogleich PastorInnen als überflüssige Amtsträger identifiziert, die lediglich hohe Ausgaben verursachen und zudem das eigenständige Wirken engagierter Ehrenamtlicher behindern und Mitarbeitende autoritär und inkompetent behandeln würden. Stereotype PastorInnenschelte mit ernster Warnung vor einer antiquierten »Pastorenkirche« war seinerzeit »angesagter Ton«. Dass den PastorInnen als einziger kirchlicher Dienstgruppe die Gehälter erheblich gekürzt, etwa 350 junge TheologInnen trotz bestandener Examina einfach abgewiesen und vor allem viele Gemeindepfarrstellen (in manchen Kirchenkreisen bis zu 50%) ohne nennenswerten Widerstand kurzerhand gestrichen wurden, verstand sich danach beinahe von selbst.“ Artikel lesen

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Rheinischer Pfarrverein kritisiert Reformprozesse und Sparvorschläge Entscheidungen sollen überdacht und korrigiert werden

Im Auftrag der Mitgliederversammlung am 3. November 2014 nimmt der Vorstand des Evangelischen Pfarrvereins im Rheinland (EPiR) deutlich kritisch Stellung zu NKF, Verwaltungsstrukturreform und zur geplanten Haushaltskonsolidierung der Evangelischen Kirche im Rheinland. Den Wortlaut der Erklärung, die auch an die Kirchenleitung geschickt wurde, veröffentlichen wir auf kirchenbunt.de und bieten einen Vorabdruck des Info-Briefes als Download an. Artikel lesen

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