Die Spinne im Netz? Ein Beitrag zur aktuellen Pfarrbilddiskussion von Dr. Karl Eberlein

Im Korrespondenzblatt des Bay. Pfarrerinnen- und Pfarrervereins (Nr. 10 und 11/2014) gibt Dr. Karl Eberlein anhand von 10 Thesen zur aktuellen Pfarrbilddiskussion eine theologische Standortbestimmung, die sich auch kritisch mit dem im Impulspapier „Kirche der Freiheit“ propagierten Berufsbild auseinandersetzt. Er stellt fest:

„In dem 2006 veröffentlichten EKD-Impulspapier »Kirche der Freiheit« wird propagiert, dass eine Pfarrerin / ein Pfarrer »zur oder zum leitenden Geistlichen eines Netzwerkes von Ehrenamtlichen« werden soll (68). Nur geringfügig weiterinterpretiert heißt das: Pfarrer sind so etwas wie die Spinne im Netz, die alle Fäden ziehen. Weiter ist in unserer Kirche immer wieder von einem Motivieren, Anleiten, Begleiten und Betreuen Ehrenamtlicher die Rede. Das damit Gemeinte muss nicht generell in Frage gestellt werden, wenn es um bestimmte Aufgaben und Gelegenheiten geht. Wenn damit aber ein Dauerverhältnis zwischen Pfarrern und Ehrenamtlichen bestimmt werden soll, führt dies zwangsläufig zu einem hierarchischen Verhältnis von »oben« nach »unten«.“

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Gratifikationen für gute Prediger? Schwaetzer widerspricht Barrenstein: Pfarrer sollten nicht nach Leistung bezahlt werden.

Der „Großkonzern“ Kirche nimmt weiter Formen an. Denn ginge es nach dem ehemaligen McKinsey-Berater und jetzigem Leiter der Führungsakademie der EKD, Peter Barrenstein, würden Pfarrer_innen nach Leistung bezahlt werden. „Erfolgreiche Pfarrer sollten mehr Gehalt bekommen «oder eine reizvolle Aufgabe», sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer der «Zeit»-Beilage «Christ und Welt». Pfarrer müssten wissen, wo sie mit ihrer Leistung stehen.“ Artikel lesen

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Kurhessen-Waldeck: Mehreinnahmen für die Pensionskasse Kapitalaufstockung wird fortgesetzt. Mehreinnahmen kompensieren rückläufige Zinserträge

„Der Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Dienstagvormittag auf der Herbsttagung der Landessynode seinen Finanzbericht vorgelegt. Darin dankte Knöppel ausdrücklich allen Gemeindemitgliedern für die Entrichtung der Kirchensteuer und ihre damit verbundene Treue zu ihrer Landeskirche: «Die Kirchensteuereinnahmen verschaffen unserer Landeskirche die finanzielle Grundlage für die Erfüllung unseres Auftrags», sagte der Vizepräsident vor den Synodalen.“ Artikel lesen

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Pädagogische Akademie wehrt sich gegen Sparmaßnahmen Offener Brief des Vorstands der GEE fordert Aussetzung der Beschlussvorlage

„Der Beschlussvorschlag der Kirchenleitung im Rahmen der Aufgabenkritik für die Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland im Januar 2014 sieht vor, dass der Zuschuss zur Kirchlichen Lehrerfortbildung, die durch die GEE im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland und im Rahmen ihrer Pädagogischen Akademie angeboten wird, mit Ende des Jahres 2015 eingestellt werden soll. Mit diesem Beschluss, würde er von der Synode so verabschiedet, müsste eine Arbeit beendet werden, die im Auftrag der Landeskirche über viele Jahre evangelische Lehrkräfte in ihrem Beruf qualifiziert und als Personen begleitet hat. Lehrerinnen und Lehrer, die ihren pädagogischen Beruf bewusst als evangelische Christen verstanden haben, könnten in diesem Umfang und Rahmen nicht mehr fortgebildet und begleitet werden.“ Artikel lesen

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Rektorat der KiHo Wuppertal kritisiert Kirchenleitung Stellungnahme des Rektorats der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel – Hochschule für Kirche und Diakonie – (KiHo) zu den aktuell diskutierten Sparvorschlägen der Evangelischen Kirche im Rheinland.

„Als Rektor, der Erfahrungen des Betheler Hochschulstandortes im Hintergrund hat, gewinne ich den Eindruck, dass die rheinische Kirchenleitung die erst vor acht Jahren gebildete neue Hochschule ohne Rücksicht auf die seitherige Entwicklung zur Diskussion stellt. Ohne Vorabstimmung mit den anderen Finanziers wird sie zum Gegenstand einer breiten Spardebatte gemacht, als handele es sich weiterhin um die in eigener Regie geführte frühere Wuppertaler Hochschule. Dieses Vorgehen ist umso verwunderlicher, als sich seit Aushandlung des Vertrages über die Hochschulträgerschaft weder bundesweit noch in Nord- rhein-Westfalen (NRW) die allgemeinen hochschulpolitischen Rahmenbedingungen verändert haben.“ Artikel lesen

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NKF, Verwaltung, Sparkurs: das sagen die Sups Ein Querschnitt durch Berichte von Superintendentinnen und Superintendenten der EKiR

Der November ist traditionell der Monat der Herbstsynoden in den Kirchenkreisen der EKiR. Und zu den festen Riten der Kreissynoden gehören die Berichte der Superintendenten bzw. der Superintendentinnen. Die fallen in Ausführlichkeit und Stil natürlich sehr unterschiedlich aus. Inhaltlich kommt man aber in diesem Jahr an bestimmten Themen nicht vorbei. Dazu gehören u.a. auch das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF), die Verwaltungsstrukturreform und die aktuellen Sparvorschläge der Landeskirche. Artikel lesen

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EKD: vom Dachverband zur Kirche UEK und VELKD stimmen der Fortentwicklung des Verbindungsmodells zu

„Der Vorsitzende der Vollkonferenz, Kirchenpräsident Christian Schad (Speyer), hob in seiner Einbringung der Beschlussvorlage als Kernaussage hervor: „Die EKD ist als Gemeinschaft ihrer lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen selbst Kirche.“ Innerhalb der EKD sei die UEK weiterhin notwendig als Ort, an dem die unierten und reformierten Traditionen Raum zur Entfaltung haben. „Wir brauchen mehr EKD bei Wahrung der Interessen der Gliedkirchen“, drängte Landesbischof Martin Hein (Kassel) aus Kurhessen-Waldeck und unterstützte so auch die Anliegen der Landeskirchen, die weder zur UEK noch zur VELKD gehören, sondern dort Gastkirchen sind (Württemberg und Oldenburg). Hein forderte nach dem nun Erreichten möglichst schnell weitergehende Schritte, sowohl theologisch als auch in der Arbeitsökonomie.“ Artikel lesen

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Zu wenig vor Ort investiert Kommentar im General Anzeiger zur EKD-Synode: Gemeinden werden vernachlässigt

„Große Hoffnungen setzt man auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017. Doch solche Großveranstaltungen werden kaum die Menschen davon abhalten, wegen der Kirchensteuer oder einer langanhaltenden Entfremdung aus der Kirche auszutreten. Zu lange haben sich beide große Kirchen zu viel mit Struktur- und Finanzfragen beschäftigt und zu wenig an Geld und Personal in die Arbeit vor Ort investiert. Aber dort wird weiterhin zu wenig investiert. Für die Menschen ist die Pfarrerin, der Pfarrer vor Ort wichtiger als der Ratsvorsitzende.“ Artikel lesen

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Diakonie protestiert gegen Sparvorschläge der EKiR Auch in Köln regt sich Widerstand: "Kirche folgt falschem Weg der Arbeitsmarktpolitik"

„»Gibt die Evangelische Kirche die Verantwortung für Arbeitslose und Arme ab?« Diese Frage stellte die Diakonie AG Köln gestern vor der Antoniterkirche auf der Kölner Schildergasse. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener diakonischer Träger und Einrichtungen (Diakonisches Werk Köln und Region, Kölner Arbeitslosenzentrum, Jugendwerk Köln, Ökobau, Christliche Sozialhilfe Köln, Gemeinde Köln) versammelten sich unter dem Motto »Jetzt schlägt´s 13!« um das Blaue Sofa, um gegen die Kürzungspläne der Evangelischen Kirche im Rheinland zu protestieren.“ Artikel lesen

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Die neue Lust auf Leitung Die Strategie der EKD hat nur ein Ziel: Strukturwandel durch Führung

„Machen wir uns nichts vor. Wenn Zukunft gestaltet werden soll, sind Sie gefragt. Die mittlere Führungsebene der EKD.“1)„informieren – transformieren – reformieren“, EKD-Zukunftsforum für die Mittlere Ebene, 15.-17. Mai 2014, epd Dokumentation 44/2014, S.63 Was wie nach einem Marketingberater auf einer Motivationsveranstaltung der mittleren Managementebene klingt, ist auch einer. Denn mit diesem Satz beginnt Andreas Bauer von der Geyer & Bauer Marketingberatung aus Burgdorf seine Ansprache an die Superintendenten und Dekane im Workshop 8 „Transformation im Pfarrberuf“. Die EKD hatte im Mai diesen Jahres erstmals in ihrer Geschichte die Verantwortlichen der „mittleren Leitungsebene“ zu einem Zukunftsforum nach Wuppertal eingeladen, „um gemeinsam die Frage zu bedenken, welche Herausforderungen anstehen und mit welchen Umbrüchen in der evangelischen Kirche des 21. Jahrhunderts in theologischer und organisatorischer Hinsicht gerechnet werden muss.“2)Dr. Konrad Merzyn, OKR der EKD, ebd., S. 5 Auf der Website des „Zukunftforums 2014“ findet man den Satz von Bauer nicht. Überhaupt geht man dort sehr spärlich mit Informationen um. Wer nicht nur den Programmablauf dieser Tagung nachvollziehen will, sondern sich für die Inhalte interessiert, muss schon die entsprechende epd-Dokumentation bestellen, mitnichten ein Bestseller der kirchlichen Literatur, dafür umso aufschlussreicher. Denn gerade der zitierte Artikel scheint als Blaupause für eine Strategie der EKD zu dienen, wie die evangelische Kirche in ihrem Sinne umstrukturiert werden kann. „Transformation braucht Führung“3)Bauer, ebd. – und die soll auf der Kirchenkreis- bzw. Dekanatsebene ausgeübt werden. Denn „die mittlere Leitungsebene erweist sich als diejenige Organisationsebene, auf der die Planungen für die Zukunft der Kirche am wirksamsten angegangen werden können.“ 4)Merzyn, ebd.

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Anmerkungen   [ + ]

1. „informieren – transformieren – reformieren“, EKD-Zukunftsforum für die Mittlere Ebene, 15.-17. Mai 2014, epd Dokumentation 44/2014, S.63
2. Dr. Konrad Merzyn, OKR der EKD, ebd., S. 5
3. Bauer, ebd.
4. Merzyn, ebd.